Ulrich von Jegistorf
Lebensdaten
Personen-ID
Professbuch Band
A
Professbuch Kapitel
IV. Die Mönche des 13. Jahrhunderts., Nr. 25
Professbuchnr.
92
Professbuchtext
Ulrich von Jegistorf. Er stammt aus einem alten, denen von Schwanden nahestehenden Geschlecht, das im Amt Fraubrunnen, Kt. Bern, ansässig war. Erstmals erscheint er den 2. Januar 1290 als Zeuge177. Als Cellerarius ist er 1296 bei der Festlegung des Hofrechtes von Eschenz beteiligt178. Von Jakob Nenninger kaufte er den 3. Mai 1298 die in zwei Viertel Weizen bestehenden Einkünfte seines Einsiedler Erblehens in Pfäffikon und Wollerau für zwei Pfund Zürcher Pfennig und bestimmte den Weizen zur Herstellung der Hostien179. Seit 1300 erscheint Ulrich als Propst von Fahr, erstmals den 11. Juni 1300, in einer Urkunde der Witwe Adelheid des Freiherren Ulrich von Regensberg, durch die sie auf ihr Leibgeding zu Gunsten des Klosters Wettingen verzichtete180. Im folgenden Jahre erwarb er von Lütold VIII. von Regensberg den Hof Glanzenberg und andere Güter für Fahr181. Vorübergehend erscheint Konrad von Walkringen 1303 als Propst — Ulrich wird neben ihm erwähnt (vielleicht ein Versehen!) — doch kommt Ulrich 1306, den 25. Februar, wieder vor182, indem Lütold VIII. von Regensberg die Vogtei über das Kloster Fahr an den Abt von Einsiedeln aufgab, mit der Bitte, sie an Bertold und Jakob Schwenden, Bürger von Zürich, zu verleihen183. Der Rat von Zürich bestätigte am 12. März 1306 die Verleihung der Vogtei an die beiden Schwenden184. Mit dem Freiherrn Bertold von Eschlinkon tauschen Abt Johannes L, sein Konvent und Propst Ulrich 1308, den 23. Oktober, Eigenleute185. Ulrich erscheint noch bei zwei Stiftungen an das Kloster Fahr, von denen die eine in die Zeit zwischen 1301 und 1308186, die andere auf den 16. August 1316 fällt187. An der erstern dieser Urkunden hängt das Propsteisiegel Ulrichs, das Christus auf der Füllin einer Eselin sitzend zeigt, in der Linken eine Palme haltend, während die Rechte segnend erhoben ist. Das spitzovale Siegel (54 X 36 mm) trägt die Legende: «S’. V ... GISDOR. PPROSITI. I. VAR.»188. Das erste Siegel, das er 1301 gebrauchte, ist noch unpersönlich gehalten und zeigt das Schiffchen mit den beiden Rudern189. Ulrich war auch den 1. August 1314 dabei, als Abt Johannes mit seinem Konvent die Vereinbarung wegen dem Konventsiegel traf. Ebenso erscheint er noch den 6. Oktober 1315 zu Zürich als Zeuge190. Er war jedenfalls 1314 nicht im Stifte, denn wir hören beim Überfalle nichts von ihm. Nach 1316 schweigen die Urkunden von ihm. Wahrscheinlich starb er in Fahr, denn das dortige Nekrologium meldet seinen Tod zum 1. Juni191.