P. Wolfgang (Jakob Anton) Schlumpf von Steinhausen


Lebensdaten
Geboren 1831, Profess 1853, Gestorben 1904


Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
16. Professen unter Abt Heinrich Schmid 1846-74., Nr. 13
Professbuchnr.
611

Professdatum
1853

Professbuchtext
P. Wolfgang (Jakob Anton) Schlumpf von Steinhausen. Geboren den 20. Januar 1831 als Sohn des Franz Philipp Schlumpf und der Maria Christina Hotz. Er besuchte zwei Jahre das Gymnasium in Zug, kam dann 1850 nach Einsiedeln. Profess 25. September 1853. Priester 13. September, durch Kardinalerzbischof Morlot von Paris, Primiz 4. Oktober 1857;
P. Wolfgang wurde den 10. Oktober 1875 zweiter Caeremoniar und am 22. Dezember 1858 Lehrer am Gymnasium, was er aber nur bis zum 28. April 1862 blieb. Am 13. Oktober 1862 verreiste er als Missionär nach St. Meinrad, wo er den 30. November ankam. Er wirkte zunächst hier in der Seelsorge, dann wurde er Ökonom des Klosters und Brüderinstruktor. Den 30. September 1870 wurde er Lehrer an der an diesem Tage zur Abtei erhobenen Niederlassung, zu deren Subprior er am 24. Januar 1871 bestimmt wurde. Als solcher hatte er den Bau eines neuen steinernen Klostergebäudes zu überwachen. Am 6. März 1878 sandte ihn Abt Martin Marty nach dem neu übernommenen Posten in Arkansas, wo P. Wolfgang den Grund zum spätern Kloster Neu Subiaco legte. Schon am 26. Mai konnte Bischof Fitzgerald von Little Rock die neue, freilich nur hölzerne Kirche einweihen. Bald darauf entstand in der Nähe das Frauenkloster von Ferdinand. Ende 1878 wurde P. Wolfgang zum Prior der neuen Gründung ernannt, von der aus in der Folge eine ganze Reihe von Pfarreien errichtet wurden. Von Ende Mai 1880 bis März 1882 musste sich P. Wolfgang gesundheitshalber nach St. Meinrad zurückziehen, wo er wieder Subprior, Cellerar und Brüderinstruktor war. Nach Neu Subiaco zurückgekehrt, übernahm er die Stelle eines Pfarrers und Beichtigers in Ferdinand. Im April 1884 zwang ihn sein Gesundheitszustand, nach Europa zurückzukehren, von wo er aber im März des folgenden Jahres bereits wieder nach Amerika kam. Er wurde wieder Prior in Neu Subiaco, das auch von Rom aus 1886 zu einem kanonischen Priorate erhoben wurde. Den 2. August 1891 erhob Rom das bisherige Priorat zur Abtei, zu deren ersten Abt am 24. März 1894 ein Mitbruder P. Wolfgangs, P. Ignaz Conrad, gewählt wurde. P. Wolfgang widmete sich nach wie vor der Seelsorge, vorab in Charleston und Cauksville. Kränklichkeit und Alter zwangen ihn 1894, definitiv heimzukehren. Das von ihm gegründete Neu Subiaco zählte damals 21 Patres, 4 Kleriker, 14 Brüder, 7 Novizen, 9 Kandidaten und 28 Scholastiker; 12 Pfarreien waren neu gegründet, 5 bereits bestehende dazu übernommen worden. Heimgekehrt, wurde P. Wolfgang 1895 Beichtiger in Glattburg. Von dort kam er 1901 als Cooperator nach St. Gerold, um 1902 nochmals für kurze Zeit nach Glattburg zurückzukehren. Im September 1902 kam er nach Einsiedeln zurück, wo er am 1. August 1904 nach längeren Leiden starb629. - Ein Bruder wurde Weltpriester und starb 1902 als Kaplan in Mellingen; eine Schwester war Klosterfrau.
Schriften
Schriften:
1. Notizen über die Gründung der Abtei Neu Subiaco, Logan Co. Arkansas vom 6. März 1878 bis 19. September 1894. (Mit gedruckten Abbildungen dazu. - Abgedruckt in «Zuger Nachrichten» resp. «Heimatklänge», Beilage zu den «Zuger Nachrichten». Siehe P. Rudolf Henggeler.
2. Exerzitien in Glattburg 1903. Predigt in Parasceve Domini 1902. Fol. Unpag. Mscr. M E 18.
3. Abt und Konvent von Subiaco widmeten ihm 1894 «Subjacorosen», Verse mit Handzeichnungen aus dem Leben des hl. Wolfgang. 4 °. Mscr. M E 260.
Nachruf
- P. Wolfgang Schlumpf. Nekrolog. (Einsiedler Anzeiger 45, 1904, Nr. 62).
- P. Wolfgang Schlumpf (1831-1904). Nekrolog. (Der Landwirt, 1904, Nr. 34).
- P. Wolfgang Schlumpf (1831-1904). Nekrolog. (Zuger Nachrichten 17, 1904, Nr. 91).