P. Bonaventura (Josef Martin) Strebel von Muri
Lebensdaten
Geboren 1798, Profess 1816, Gestorben 1878
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
14. Professen unter Abt Konrad Tanner 1808-25., Nr. 17
Professbuchnr.
533
Professdatum
1816
Professbuchtext
P. Bonaventura (Josef Martin) Strebel von Muri. Geboren den 24. Mai 1798 als Sohn des Kaspar Leonz Strebel. Profess 28. Oktober 1816. Priester 30. September, Primiz 7. Oktober 1821.
P. Bonaventura lehrte zuerst an der Klosterschule, dann seit dem 10. Oktober 1823 in Bellenz. Spätestens 1827 war er wieder in Einsiedeln, wo er den 22. April 1827 vom Beichtstuhl suspendiert werden musste. Offenbar litt es P. Bonaventura auf die Dauer nicht mehr im Kloster. Am 14. November 1828 hielt der Abt Rat, da P. Bonaventura auf einige Jahre aus dem Kloster entlassen zu werden wünschte. Ein Graf Apponi hätte ihm in Settala, Diözese Mailand, eine Pfründe gesichert. Doch man wollte davon nichts wissen, «ob petentis characterem, ob periculum otii, regionis, mulierum, ob scandalum et exemplum aliis datum». Am 18. November beriet man sich neuerdings, da P. Bonaventura offenbar auf seinem Willen bestand. Man verlangte nun, er solle zuerst den sogen. Tischtitel und die Zulassung zu einer bestimmten Diözese vorweisen. P. Bonaventura blieb vorderhand noch da, kam dann aber in Rom um die Säkularisation ein, die ihm am 10. April 1831 gewährt wurde, wovon er aber erst den 11. April 1832 durch die Nuntiatur Kenntnis erhielt. Am 15. April 1832 verliess er das Stift . . . «Proni caeterum erat animi, ad latinitatem, ad Poesin non ineptus, voce forti et sonora praeditus, sed princeps omnino in calamo ducendo ac litterarum figuras praeclarissimas formando. Vix sibi similem reperiebat in hac arte et cunctorum admirationem in se trahebant epistolae, quas v. gr. Romam mittendas describebat»559 . «P. Bonaventura lebte im Kloster so, dass es sich wirklich erwahrte, was er selbst sagte, dass er nie fürs Kloster getaugt habe. Er war der Leichtsinn selbst und es fehlte ihm an Sitzleder gänzlich; weswegen er keiner Anstellung entsprach; nur dem Beichtstuhle jagte er über Gebühr nach; er suchte und fand aus aller Welt Zuspruch, besonders vom devoto foemineo sexu! Hinc illae lacrimae! Er musste suspendiert werden, sann nun auf Austritt. Zuerst wollte er als Hausgeistlicher zu einer Gräfin in Mailand, was ihm nicht erlaubt wurde. Da er zu Hause keine Unterstützung fand, wusste er sich durch Einsiedler, die dem Kloster «einen Streich spielen wollten», einen Tischtitel zu verschaffen, der auf dem Gut des Franz Karl Birchler zur Albegg haftete. Aber nun wollte weder der Bischof von Basel, noch Chur, noch Mailand, ihn aufnehmen. Der Abt verwandte sich endlich, um den Ruhelosen los zu werden, in Chur, wo man ihn nun aufnahm. Als er später nochmals nach Einsiedeln zurückkehrte, um seine Effekten zu holen, erkrankte er hier in St. Katharina und musste über ein halbes Jahr dort bleiben560 . P.Bonaventura wurde 1833 Kaplan in Osogna im Tessin; 1844 hiess es, er sei im Hospiz auf dem St. Gotthard. Zuletzt war er Frühmesser in Abtwil, wo er den 11. März 1878 im Alter von 80 Jahren starb561 .
P. Bonaventura lehrte zuerst an der Klosterschule, dann seit dem 10. Oktober 1823 in Bellenz. Spätestens 1827 war er wieder in Einsiedeln, wo er den 22. April 1827 vom Beichtstuhl suspendiert werden musste. Offenbar litt es P. Bonaventura auf die Dauer nicht mehr im Kloster. Am 14. November 1828 hielt der Abt Rat, da P. Bonaventura auf einige Jahre aus dem Kloster entlassen zu werden wünschte. Ein Graf Apponi hätte ihm in Settala, Diözese Mailand, eine Pfründe gesichert. Doch man wollte davon nichts wissen, «ob petentis characterem, ob periculum otii, regionis, mulierum, ob scandalum et exemplum aliis datum». Am 18. November beriet man sich neuerdings, da P. Bonaventura offenbar auf seinem Willen bestand. Man verlangte nun, er solle zuerst den sogen. Tischtitel und die Zulassung zu einer bestimmten Diözese vorweisen. P. Bonaventura blieb vorderhand noch da, kam dann aber in Rom um die Säkularisation ein, die ihm am 10. April 1831 gewährt wurde, wovon er aber erst den 11. April 1832 durch die Nuntiatur Kenntnis erhielt. Am 15. April 1832 verliess er das Stift . . . «Proni caeterum erat animi, ad latinitatem, ad Poesin non ineptus, voce forti et sonora praeditus, sed princeps omnino in calamo ducendo ac litterarum figuras praeclarissimas formando. Vix sibi similem reperiebat in hac arte et cunctorum admirationem in se trahebant epistolae, quas v. gr. Romam mittendas describebat»