P. Paul (Claudius) François von Saignelégier


Lebensdaten
Geboren 1649, Profess 1687, Gestorben 1758

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
7. Professen unter Abt Augustin II. Reding 1670-92., Nr. 56
Professbuchnr.
248

Professdatum
8.12.1687

Professbuchtext
P. Paul (Claudius) François von Saignelégier. Geboren 1649. Er wurde zuerst Weltpriester und Doktor der Theologie; er war der französischen und italienischen Sprache mächtig. Mit 37 Jahren meldete er sich auf Anraten von P. Fridolin Kläger und vom Abte von Mariastein empfohlen den 31. Mai 1686 fürs Kloster an. Er wurde den 8. Dezember 1686 eingekleidet und legte am nämlichen Tage des folgenden Jahres seine Profess ab.
Den 22. März 1688 bat Hauptmann Johann Sebastian Reding, der Abt möchte für die nach Morea gegen die Türken ziehenden Truppen einen Feldgeistlichen mitgeben. Es meldeten sich dafür die Patres Michael Lang, Gallus Göldlin, Bonifaz Sartori, Pirmin Gallatin von Pfäfers und unser P. Paul. Wohl seiner Sprachenkenntnis wegen erhielt Pater Paul die Erlaubnis, zu gehen. Er verliess am 10. April Einsiedeln, vom Abte mit einem wohlmontierten Pferde versehen. Den 12. Januar 1689 kam Bericht von seinem Tode, worauf man die gewohnten Exequien halten liess. Als am 1. November 1691 die Zuger Kompagnie, von Morea heimkehrend, 20 Mann stark (von 220) nach Einsiedeln kam, erkundigte sich P. Josef nach dem Tode seines Mitbruders. Der Hauptmann sagte, er sei vor Negroponte an einer hitzigen Krankheit verschieden und wie er glaube, im Meere begraben worden. Ein Soldat meinte, er sei zu Pafrasso (?) in einer griechischen Kirche beigesetzt worden299. - Wenn es in den Kapitelsakten (A. CC 8) heisst, er sei den 20. September 1758 in St. Gerold gestorben, nachdem er 60 Jahre dort gewesen, so liegt hier eine Verwechslung mit dem nachfolgenden P. Paul vor300.
Quellen Professbuch
- Jütz, Leo. Die Expedition der Schweizersöldner nach Negroponte. Bearb. v. Angelikus Gemperle. (Helvetia Franciscana 10, 1967, 3. Heft).
- Ruckstuhl, Viktor. Aufbruch wider die Türken. Ein ungewöhnlicher Solddienst am Ende des 17. Jahrhunderts. Mit besonderer Berücksichtigung Obwaldens und der Kompanie Schönbüel. Zürich: Chronos 1991.