P. Alexius (Jakob Tobias Alexius) von Ligerz aus Freiburg i. Ü.
Lebensdaten
Geboren 1665, Profess 1682, Gestorben 1729
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
7. Professen unter Abt Augustin II. Reding 1670-92., Nr. 47
Professbuchnr.
239
Professdatum
1682
Professbuchtext
P. Alexius (Jakob Tobias Alexius) von Ligerz aus Freiburg i. Ü. Er war geboren den 19. Juli 1665 als Sohn des Hauptmann und Ratsherrn Franz von Ligerz und der M. Katharina Praroman. Profess 21. November 1682. Priester 18. Dezember, Primiz 27. Dezember 1688.
Da P. Alexius des Deutschen, Lateinischen, Italienischen und Französischen mächtig war, wurde er für die Schule verwandt, wo er Rhetorik lehrte. Den 14. April 1691 ging er zur Primiz seines Bruders, der Jesuit in Luzern war; ein P. Deicola von Ligerz, der Profess von Murbach war, sich aber in Neu St. Johann aufhielt, war ebenfalls ein Verwandter unseres P. Alexius. Im Oktober 1692 finden wir P. Alexius in Pfäffikon. Den 11. September 1693 musste er nach Bellenz, wohin er am 23. September verreiste. Er blieb fünf Jahre dort, dann kam er nach Einsiedeln zurück, wo er seit dem 10. Januar 1700 den Fratres Unterricht im Italienischen erteilte. Am Karfreitag 1701, den 25. März, predigte er 2 1/2 Stunden «mit grossem Ruhm. Zwischenhinein liess er 2-3 Mal auf der Orgel mit Bratschen von Diskantisten ein liebliches Gesätzlein in deutschem Text aufspielen»277. Am 16. Februar 1701 berief der Abt ein Consilium, dem er den Wunsch des P. Alexius vorlegte, in einen strengern Orden (Zoccolanten) übertreten zu dürfen, da ihm vor allem das Beichthören in Einsiedeln so schwer gehe. Man fand, er solle die Bitte vor dem ganzen Kapitel anbringen. Dies geschah am 29. April 1701. Am 31. Mai stellte man ihm die Dimissoralien für die Franziskaner der Strassburger Provinz aus. Am 6. Juni verabschiedete sich P. Alexius; er hatte den Abt gebeten, dem Konvent bei diesem Anlass einen Vespertrunk zu gestatten, aber der Abt fand, dies sei doch kein freudiger Anlass. Den 18. Juli 1701 fing er sein Noviziat an, doch am 22. Juli 1702 kehrte er wieder nach Einsiedeln zurück, wie er sagte, aus freien Stücken; doch erfuhr man vom Guardian in Bamberg, dass er entlassen worden sei. Er wollte es zunächst bei der Kölner Provinz nochmals versuchen, stand aber davon ab und bat, ihn auf eine Expositur zu tun. Er weilte auch zeitweise auswärts. 1714 ist er ohne Amt. Später war er in Bellenz als Fastenprediger tätig, wurde aber von dort den 31. Oktober 1721 zurückberufen. Am 16. Juli 1723 kam er nach St. Gallen, willens, dort einige Zeit zu bleiben; man nahm ihn aber nicht auf. Den 20. November 1723 kehrte er von Pfäffikon zurück. Er starb in Bellenz, den 17. September 1729, im Alter von 64 Jahren278.
Da P. Alexius des Deutschen, Lateinischen, Italienischen und Französischen mächtig war, wurde er für die Schule verwandt, wo er Rhetorik lehrte. Den 14. April 1691 ging er zur Primiz seines Bruders, der Jesuit in Luzern war; ein P. Deicola von Ligerz, der Profess von Murbach war, sich aber in Neu St. Johann aufhielt, war ebenfalls ein Verwandter unseres P. Alexius. Im Oktober 1692 finden wir P. Alexius in Pfäffikon. Den 11. September 1693 musste er nach Bellenz, wohin er am 23. September verreiste. Er blieb fünf Jahre dort, dann kam er nach Einsiedeln zurück, wo er seit dem 10. Januar 1700 den Fratres Unterricht im Italienischen erteilte. Am Karfreitag 1701, den 25. März, predigte er 2 1/2 Stunden «mit grossem Ruhm. Zwischenhinein liess er 2-3 Mal auf der Orgel mit Bratschen von Diskantisten ein liebliches Gesätzlein in deutschem Text aufspielen»277. Am 16. Februar 1701 berief der Abt ein Consilium, dem er den Wunsch des P. Alexius vorlegte, in einen strengern Orden (Zoccolanten) übertreten zu dürfen, da ihm vor allem das Beichthören in Einsiedeln so schwer gehe. Man fand, er solle die Bitte vor dem ganzen Kapitel anbringen. Dies geschah am 29. April 1701. Am 31. Mai stellte man ihm die Dimissoralien für die Franziskaner der Strassburger Provinz aus. Am 6. Juni verabschiedete sich P. Alexius; er hatte den Abt gebeten, dem Konvent bei diesem Anlass einen Vespertrunk zu gestatten, aber der Abt fand, dies sei doch kein freudiger Anlass. Den 18. Juli 1701 fing er sein Noviziat an, doch am 22. Juli 1702 kehrte er wieder nach Einsiedeln zurück, wie er sagte, aus freien Stücken; doch erfuhr man vom Guardian in Bamberg, dass er entlassen worden sei. Er wollte es zunächst bei der Kölner Provinz nochmals versuchen, stand aber davon ab und bat, ihn auf eine Expositur zu tun. Er weilte auch zeitweise auswärts. 1714 ist er ohne Amt. Später war er in Bellenz als Fastenprediger tätig, wurde aber von dort den 31. Oktober 1721 zurückberufen. Am 16. Juli 1723 kam er nach St. Gallen, willens, dort einige Zeit zu bleiben; man nahm ihn aber nicht auf. Den 20. November 1723 kehrte er von Pfäffikon zurück. Er starb in Bellenz, den 17. September 1729, im Alter von 64 Jahren278.