P. Chrysostomus (Franz Karl) Stadler von Rothenthurm
Lebensdaten
Geboren 1665, Profess 1682, Gestorben 1721
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
7. Professen unter Abt Augustin II. Reding 1670-92., Nr. 45
Professbuchnr.
237
Professdatum
1682
Professbuchtext
P. Chrysostomus (Franz Karl) Stadler von Rothenthurm. Er war geboren den 23. März 1665 als Sohn des Vogtes Mathias Stadler und der Eva Maria Bellmont von Rickenbach, die Ende Dezember 1690 starb. Sein Bruder, Vogt Josef Anton Stadler, wurde am 17. September 1708 geköpft. Franz Karl wurde als «singulari ac insigni pollens ingenio» zum Noviziate zugelassen. Profess 21. November 1682. Priester 26. März, Primiz 12. April 1689.
Als Frater war er den 8. Juli 1687 bei der berühmten Diethelmfahrt dabei. P. Basil Meyer sagt in seinem Gedichte von ihm:
«Alter erat Stadler, certe hic ad maxima natus Acri judicio pollet de rebus, et arte Abdita naturae lustrante latentia gaudet.»
Kurz nach der Primiz wurde er an Ostern Lehrer der Rhetorik. Den 20. November 1691 musste er mit P. Thietland für den kranken Abt Augustin auf die Ufnau zu S. Adelricum wallfahren. Den 22. März 1692 hielt er im Konvent während des Mittagessens eine «über die massen schöne Oration, in welcher er dem Convent wegen tödtlichen Hinscheidens unsers Gnädigsten Herrn und Vattern seel. inmüetig condoliert und mit vilem erwisen, was wir verlohren haben»274. In der Karwoche 1693 wurde P. Chrysostomus Praefekt der Schule, kam aber schon am 23. September d. J. als Philosophieprofessor nach Bellenz, von wo er während der Herbstlässe 1695 zurückkehrte. An Ostern 1696 wurde er Lehrer der Rhetorik und im Herbst Professor der Philosophie. Als solcher ging er den 17. September 1696 zu einer Disputation nach Fischingen; ebenso wieder den 12. Oktober 1699 mit P. Taddäus. Den 26. März 1699 starb seine Schwester Anna Katharina, die lange Zeit in einem kleinen Häuslein auf der Lugaten gelebt und sehr fromm war. Sie wurde in der Friedhofkapelle begraben. Den 22. Januar 1700 musste er zu Dr. Lavaler nach Zürich, «wegen seiner schon vill Wochen erlittener Indisposition». Am 8. Mai 1700 hielt er mit seinen sieben Schülern eine feierliche Disputation über Philosophie ab; den 11. Juni hierauf hielt er den Ingress als Theologieprofessor. Seit dem 16. April war er auch Konventbeichtvater. Am 2. März 1702 predigte er in Ecce homo bei Sattel. Den 3. Mai 1704 ging er nach Engelberg zu einer Disputation. Am 17. September 1704 hielt er selber eine feierliche Disputation anlässlich der Engelweihe, nachdem man zuvor die Engelweihochsen bewundert hatte, von denen der eine 2570, der andere 2794 Pfund wog. P. Chrysostomus hatte dieses Jahr am 9. Februar zum dritten Mal den philosophischen Kurs begonnen. Vom 17. April 1705 bis zum 19. Juli 1708 war er Kapitelssekretär. Da sein Bruder am 17. September 1708 als Opfer der Parteileidenschaft fiel, hielt man es für geraten, P. Chrysostomus von Einsiedeln zu entfernen, und so wurde er vom 9. Mai 1713 bis 1. Mai 1714 Pfarrer in Eschenz. An Pfingsten 1714 hielt er den Schwyzern eine solch scharfe Predigt, dass man ihn, unter dem Vorwande, er sei geistig nicht ganz normal, sogleich nach St. Gerold schicken musste; sieben Patres mussten vor den im «Weissen Wind» versammelten Schwyzer Ratsherren Abbitte leisten für den ihnen angetanen Schimpf. P. Chrysostomus wurde in St. Gerold Propst und starb daselbst als solcher den 18. Mai 1721 im Alter von 58 Jahren. «Vir in philosophicis et theologicis versatissimus. - Vir clarissimus et doctissimus qui sibi parem in Monasterio non habuit.»275
Als Frater war er den 8. Juli 1687 bei der berühmten Diethelmfahrt dabei. P. Basil Meyer sagt in seinem Gedichte von ihm:
«Alter erat Stadler, certe hic ad maxima natus Acri judicio pollet de rebus, et arte Abdita naturae lustrante latentia gaudet.»
Kurz nach der Primiz wurde er an Ostern Lehrer der Rhetorik. Den 20. November 1691 musste er mit P. Thietland für den kranken Abt Augustin auf die Ufnau zu S. Adelricum wallfahren. Den 22. März 1692 hielt er im Konvent während des Mittagessens eine «über die massen schöne Oration, in welcher er dem Convent wegen tödtlichen Hinscheidens unsers Gnädigsten Herrn und Vattern seel. inmüetig condoliert und mit vilem erwisen, was wir verlohren haben»274. In der Karwoche 1693 wurde P. Chrysostomus Praefekt der Schule, kam aber schon am 23. September d. J. als Philosophieprofessor nach Bellenz, von wo er während der Herbstlässe 1695 zurückkehrte. An Ostern 1696 wurde er Lehrer der Rhetorik und im Herbst Professor der Philosophie. Als solcher ging er den 17. September 1696 zu einer Disputation nach Fischingen; ebenso wieder den 12. Oktober 1699 mit P. Taddäus. Den 26. März 1699 starb seine Schwester Anna Katharina, die lange Zeit in einem kleinen Häuslein auf der Lugaten gelebt und sehr fromm war. Sie wurde in der Friedhofkapelle begraben. Den 22. Januar 1700 musste er zu Dr. Lavaler nach Zürich, «wegen seiner schon vill Wochen erlittener Indisposition». Am 8. Mai 1700 hielt er mit seinen sieben Schülern eine feierliche Disputation über Philosophie ab; den 11. Juni hierauf hielt er den Ingress als Theologieprofessor. Seit dem 16. April war er auch Konventbeichtvater. Am 2. März 1702 predigte er in Ecce homo bei Sattel. Den 3. Mai 1704 ging er nach Engelberg zu einer Disputation. Am 17. September 1704 hielt er selber eine feierliche Disputation anlässlich der Engelweihe, nachdem man zuvor die Engelweihochsen bewundert hatte, von denen der eine 2570, der andere 2794 Pfund wog. P. Chrysostomus hatte dieses Jahr am 9. Februar zum dritten Mal den philosophischen Kurs begonnen. Vom 17. April 1705 bis zum 19. Juli 1708 war er Kapitelssekretär. Da sein Bruder am 17. September 1708 als Opfer der Parteileidenschaft fiel, hielt man es für geraten, P. Chrysostomus von Einsiedeln zu entfernen, und so wurde er vom 9. Mai 1713 bis 1. Mai 1714 Pfarrer in Eschenz. An Pfingsten 1714 hielt er den Schwyzern eine solch scharfe Predigt, dass man ihn, unter dem Vorwande, er sei geistig nicht ganz normal, sogleich nach St. Gerold schicken musste; sieben Patres mussten vor den im «Weissen Wind» versammelten Schwyzer Ratsherren Abbitte leisten für den ihnen angetanen Schimpf. P. Chrysostomus wurde in St. Gerold Propst und starb daselbst als solcher den 18. Mai 1721 im Alter von 58 Jahren. «Vir in philosophicis et theologicis versatissimus. - Vir clarissimus et doctissimus qui sibi parem in Monasterio non habuit.»275
Schriften
Schriften:
a) Gedruckte:
Quesnellus Elarvatus per 39 Antitheses. Ex quibus contentos in 101 damnatis Propositionibus errores haud difficulter depraehendere licebit. Authore Adrn. R. P. Chrysostomo Stadler, Principalis et exempti Monrii Eins. Capitulare, nee non Philosophiae et Theologiae quondam Professore ordinario etc. Cum fac. Superiorum. Typis Monrii Eins. per Adamum Rupertum Schädler. Anno 1718. 12 °. 190 Seiten. X 1208.
b) Ungedruckte:
1. Descriptiones rhetoricae collectae. 16 °. 164 S. Mscr. 1018 (1247).
2. Libri de anima. scrips. Fr. Fridolinus Jütz. 1699. 8 °. 238 S. Mscr. 995 (935).
3. Physica. scr. Fr. Fridolinus Jütz. 1699. 8». 355 S. Mscr. 770 (936).
4. Logica major. Physica. De Universo seu de mundo. 8 °. 133 resp.149 S. Mscr. 938-938 a (929, 930).
5. Opus concionatorium (mit Index). 8 °. Unpag. Mscr. 112 (675).
6. Sermones varii (nur zum Teil von ihm). 8°. 288 S. Mscr. 1111 (674).
7. Varia quaesita circa potestatem Confessariorum Einsidlensium mota et resoluta a P. Chr. St. ca. 1715. Fol. 28 S. Stiftsarchiv Einsiedeln A. VA 1.
8. Acta Capitularia 1705-09.
9. Briefe über das Geschäft seines später in Schwyz enthaupteten Bruders in A. OC 2.
a) Gedruckte:
Quesnellus Elarvatus per 39 Antitheses. Ex quibus contentos in 101 damnatis Propositionibus errores haud difficulter depraehendere licebit. Authore Adrn. R. P. Chrysostomo Stadler, Principalis et exempti Monrii Eins. Capitulare, nee non Philosophiae et Theologiae quondam Professore ordinario etc. Cum fac. Superiorum. Typis Monrii Eins. per Adamum Rupertum Schädler. Anno 1718. 12 °. 190 Seiten. X 1208.
b) Ungedruckte:
1. Descriptiones rhetoricae collectae. 16 °. 164 S. Mscr. 1018 (1247).
2. Libri de anima. scrips. Fr. Fridolinus Jütz. 1699. 8 °. 238 S. Mscr. 995 (935).
3. Physica. scr. Fr. Fridolinus Jütz. 1699. 8». 355 S. Mscr. 770 (936).
4. Logica major. Physica. De Universo seu de mundo. 8 °. 133 resp.149 S. Mscr. 938-938 a (929, 930).
5. Opus concionatorium (mit Index). 8 °. Unpag. Mscr. 112 (675).
6. Sermones varii (nur zum Teil von ihm). 8°. 288 S. Mscr. 1111 (674).
7. Varia quaesita circa potestatem Confessariorum Einsidlensium mota et resoluta a P. Chr. St. ca. 1715. Fol. 28 S. Stiftsarchiv Einsiedeln A. VA 1.
8. Acta Capitularia 1705-09.
9. Briefe über das Geschäft seines später in Schwyz enthaupteten Bruders in A. OC 2.