Br. Josef (Johann Rudolf) Zuberbühler von Appenzell
Lebensdaten
Geboren 1659, Profess 1681, Gestorben 1733
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
7. Professen unter Abt Augustin II. Reding 1670-92., Nr. 43
Professbuchnr.
235
Professdatum
1681
Professbuchtext
Br. Josef (Johann Rudolf) Zuberbühler von Appenzell. Geboren den 25. August 1659 als Sohn des Elias Zuberbühler und der Anna Maria Graf von Lichtensteig. Der Vater war Zwinglianer, die Mutter aber katholisch. Er wurde aber im reformierten Bekenntnis erzogen. Den 12. März 1679 konvertierte er in Einsiedeln und wurde den 28. Mai 1679 in Luzern durch den Nuntius gefirmt. Der Pfarrer von Muri, wo er offenbar gearbeitet hatte, stellte ihm am 24. Juni 1679 ein gutes Zeugnis aus. Von Beruf war er Töpfer resp. Ofenbauer. Er sollte den 16. Dezember 1680 eingekleidet werden, wegen des Dorfbrandes aber wurde die Einkleidung auf den 18. verschoben. Profess 21. Dezember 1681. Eine Schwester wurde im Kloster verpfründet; sie sollte sein Erbe nutzniessen können (23. März 1685).
Br. Josef wurde den 9. Juni 1682 nach Bellenz gesandt, um dort einige Öfen aufzusetzen. Den 10. Oktober 1687 musste er nach Sonnenberg zur Aushilfe bei der Weinlese. Am 3. August 1690 sandte man ihn nach Säckingen, die noch ausstehende Erbschaft des P. Christophorus von Schönau, 500 fl., abzuholen. Den 14. Dezember 1690 musste er nach Ittendorf, um dorthin Geld zu bringen. Ende Januar 1691 ging er nach Zürich, «mit seinem Wachsherrn» abzurechnen; offenbar hatte er auf diesem Gebiete zu arbeiten. Am 22. November 1691 ging er nach Pfäffikon, um sich dort von einem Fussleiden kurieren zu lassen; den 2. Dezember kehrte er zurück. Im Juli 1695 starb seine Schwester, die Beschliesserin auf Freudenfels geworden war. Den 14. April 1696 wurde Br. Josef mit der Führung Wechsels betraut. Am 29. Dezember 1697 ging er nach St. Katharinental zur Einkleidung einer weitläufigen Verwandten, der Tochter des Hofmeisters Balthasar Ledergerber. Im November 1698 begleitete er den resignierten Abt Raphael auf dessen Wunsch nach Freudenfels. Als ihn Abt Maurus am 13. Juli 1699 heimberufen wollte, erklärte Br. Josef, dass er ohne Zustimmung des Resignaten nicht kommen könne. Dieser wollte ihn nicht ziehen lassen. Abt Raphael wandte sich sogar an die Visitatoren; deshalb musste Br. Josef am 31. Juli nach Muri und im Dezember 1699 zum Nuntius. Der Nuntius ersuchte darauf Abt Maurus den 24. Dezember 1699, den Bruder in Freudenfels zu belassen. 1705 ist er immer noch in Freudenfels, musste aber damals eines Vergehens wegen bestraft werden. Abt Raphael starb 1707 und Bruder Josef kam 1708 nach Bellenz, von wo er den 17. August 1710 heimkehrte, «gantz mager und elend», da er seit Pfingsten krank war. 1721 treffen wir ihn als Vizedirektor der Stifsdruckerei. Er starb den 24. November 1733. Seine Selbstbiographie, die sich besonders mit seiner Konversion befasst, findet sich in A. RC (4) 32.
Br. Josef wurde den 9. Juni 1682 nach Bellenz gesandt, um dort einige Öfen aufzusetzen. Den 10. Oktober 1687 musste er nach Sonnenberg zur Aushilfe bei der Weinlese. Am 3. August 1690 sandte man ihn nach Säckingen, die noch ausstehende Erbschaft des P. Christophorus von Schönau, 500 fl., abzuholen. Den 14. Dezember 1690 musste er nach Ittendorf, um dorthin Geld zu bringen. Ende Januar 1691 ging er nach Zürich, «mit seinem Wachsherrn» abzurechnen; offenbar hatte er auf diesem Gebiete zu arbeiten. Am 22. November 1691 ging er nach Pfäffikon, um sich dort von einem Fussleiden kurieren zu lassen; den 2. Dezember kehrte er zurück. Im Juli 1695 starb seine Schwester, die Beschliesserin auf Freudenfels geworden war. Den 14. April 1696 wurde Br. Josef mit der Führung Wechsels betraut. Am 29. Dezember 1697 ging er nach St. Katharinental zur Einkleidung einer weitläufigen Verwandten, der Tochter des Hofmeisters Balthasar Ledergerber. Im November 1698 begleitete er den resignierten Abt Raphael auf dessen Wunsch nach Freudenfels. Als ihn Abt Maurus am 13. Juli 1699 heimberufen wollte, erklärte Br. Josef, dass er ohne Zustimmung des Resignaten nicht kommen könne. Dieser wollte ihn nicht ziehen lassen. Abt Raphael wandte sich sogar an die Visitatoren; deshalb musste Br. Josef am 31. Juli nach Muri und im Dezember 1699 zum Nuntius. Der Nuntius ersuchte darauf Abt Maurus den 24. Dezember 1699, den Bruder in Freudenfels zu belassen. 1705 ist er immer noch in Freudenfels, musste aber damals eines Vergehens wegen bestraft werden. Abt Raphael starb 1707 und Bruder Josef kam 1708 nach Bellenz, von wo er den 17. August 1710 heimkehrte, «gantz mager und elend», da er seit Pfingsten krank war. 1721 treffen wir ihn als Vizedirektor der Stifsdruckerei. Er starb den 24. November 1733. Seine Selbstbiographie, die sich besonders mit seiner Konversion befasst, findet sich in A. RC (4) 32.