P. Taddäus (Johann Anton) Schwaller von Solothurn


Lebensdaten
Geboren 1662, Profess 1680, Gestorben 1721
Alternative Schreibweisen
Thadäus, Thadeus

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
7. Professen unter Abt Augustin II. Reding 1670-92., Nr. 40
Professbuchnr.
232

Professdatum
1680

Professbuchtext
P. Taddäus (Johann Anton) Schwaller von Solothurn. Er war geboren den 28. April 1662 als Sohn des Johann Schwaller und der Margaretha Tscharandi. P. Beda war sein Bruder, während er mit P. Edmund Grimm im zweiten und mit P. Benedikt Glutz im dritten Grade verwandt war. Er war zuerst bei den Jesuiten ins Noviziat eingetreten, verliess es aber wieder «ob exprobationem in suum avum». Profess 13. Oktober 1680, wobei er als Erbe 6000 fl. und auf die Primiz eine Kasel zugesichert erhielt. Priester 20. Mai, Primiz 27. Mai 1685.
P. Taddäus wurde den 21. September 1686 zum kranken Abt Augustin nach Pfäffikon gesandt, um ihm zu dienen. Den 21. März 1691 begleitete er den Abt ins Bad nach Pfäfers. Am 23. Oktober d. J. ging er zu einer Disputation nach Muri, da er um diese Zeit Philosophieprofessor war. Er selber schloss am 9. April 1692 seinen Philosophiekurs in feierlicher Weise ab. Den 23. Mai 1692 wurde er nach Solothurn geschickt, um dort zu erfahren, ob man Getreide haben könne, da «die Noth des Brodts ie mehr und mehr zunehme». Am 9. Februar 1695 führte er mit seinen Scholaren «ein gantz feine Comische Action auf, deren Substantz ware: Europa hello afflicta, quaerit belli finem, Pacem. Ist alles in dem Finstern gehalten worden, alles von Kertzen dermassen erleuchtet, als ob es heller Tag were. Wehrete von halb 1 Uhr bis umb 2 Uhr und ist gantz wol abgelofen»269. Den 16. November 1696 wurde er als Lehrer seines Amtes enthoben und am 30. Juni 1697 Professor der Theologie und Brüderinstruktor. Den 3. Januar 1699 wurde er Konventbeichtvater. Am 12. Oktober 1699 ging er zu einer Disputation nach Fischingen. Schon am folgenden 23. Dezember erhielt er den Auftrag, als Rhetoriklehrer nach Bellenz zu gehen, wohin er den 9. Januar 1700 verreiste. Am 30. Mai 1701 kam er von Bellenz zurück und wurde am 18. Juni wieder Brüderinstruktor. Den 18. Oktober 1705 musste er als Propst nach Bellenz, wo er bis zum November 1709 amtete, dann kam er heim, wurde Professor der Theologie und am 20. Dezember 1709 Konventbeichtvater. Am 6. Februar 1710 wurde er, nachdem er das Amt eines Fraterinstruktors abgelehnt, für P. Claudius Küchenmeister; doch blieb er daneben Professor. 1711 und 1712 erscheint er als Propst in Fahr. Von 1712-1719 musste er ein zweites Mal als Propst nach Bellenz. Heimgekehrt, wurde er den 13. Januar 1720 Fraterinstruktor und Moralprofessor; dazu am 23. Februar Correktor mensae. Am 10. Mai 1721 kam er als Instruktor weg, blieb aber Theologieprofessor. Er starb den 6. Dezember 1721 «post sat longum morbum et varios dolores vehementissimos, ut podagrae, calculi etc. Fuit vir insignis, per plures annos Professor Theologiae speculativae, practicae et philosophiae per circa 18 annos, praepositus Bellinzonae, Instructor Novitiorum et Fratrum per longum tempus, verbo vir emeritus et sane ab omnibus deploratus»270.
Schriften
Schriften:
a) Gedruckte:
1. Kurtzer Begriff Von der Andacht zu dem Hochwürdigen Hertzen Jesu Unsers Welt Heylands. Begreiffend die Antrib und Uebungen diser Andacht mit einem kleinen Officio, Litaney und anderen gebetten zu Verehrung dess Hochwürdigen Hertzens Jesu, Sambt einem Zusatz, wie man nutzlich das hochwürdigste Altars Sacrament könne besuchen, die h. Mess anhören, und dises höchste Gut empfangen, auss dem Frantzösischen in das Teutsch versetzt. - Durch R. P. Thadeum Schwaller, Capitularen dess Fürstl. Gottshauss Einsidlen. Mit Bewilligung der Oberen. Getruckt zu Einsidlen, durch Heinrich Ebersbach 1695. 12 °. 330 Seiten. X 1218.
2. Auflage 1700. 413 S. u. Register. X 1408. 3. Auflage 1745 (nach Benziger, Buchgewerbe). Es war das erste deutsche Herz-Jesu-Buch. Vergl. A. Tremp, Der Herz-Jesu-Kult in der Schweiz. Einsiedeln 1907.
2. Dissertatio historico - juridico - theologica de Status helvetici liberatate etc. Anno 1685 (siehe Abt Augustin Reding).
b) Ungedruckte:
1. De votis Tractatus. Fol. Mscr. 805 (133).
2. Theologia moralis. Fol. Mscr. 806 (134).
3. Tractatus de Fide, Spe et Charitate virtutibusque theologicis. Descripsit Fr. Franciscus a Fleckenstein. 1707. 8 °. 177 folia. In Mscr. 749 (831).
4. Diarium über die Begebenheiten vom Anfang des Auszugs der Herren von Zürich und Bern, meistens in Betreff des Gotteshauses Fahr Anno 1712, gehalten von P. Th. Sch., damaligen Propsten alldort. 8 °. Unpag. Archiv. D. A 14.
Quellen Professbuch
- Esser, Günter.Josepha Dominica von Rottenberg (1676-1738). Ihr Leben und ihr geistliches Werk. Berlin: Akademie-Verlag, 1992. Register: P. Thaddäus Schwaller.
- Richstätter, Karl. Die Herz-Jesu-Verehrung des deutschen Mittelalters. Nach gedruckten Quellen dargestellt von K'R'SJ. Mit 18 Tafeln altdeutscher Herz-Jesu-Bilder. Zweite, umgearbeitete und vermehrte Auflage. München, Regensburg, Kösel, Pustet, 1924.