P. Amethystus (Johann Virgineus) Chicherio von Bellenz
Lebensdaten
Geboren 1658, Profess 1679, Gestorben 1711
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
7. Professen unter Abt Augustin II. Reding 1670-92., Nr. 30
Professbuchnr.
222
Professdatum
1679
Professbuchtext
P. Amethystus (Johann Virgineus) Chicherio von Bellenz. Geboren den 18. Oktober 1658 als Sohn des Andreas Chicherio und der Maria Elisabeth Stricker. Er war mit P. Ildefons im zweiten, mit P. Dekan, Basil Stricker, im dritten Grade verwandt. Profess 19. März 1679. Priester 13. März, Primiz 25. März 1683; Prediger war Dr. Stadler von Altdorf.
P. Amethyst kam zuerst als Professor Casuum (Moral) nach Pfäfers, von wo er den 25. Juni 1685 zurückkehrte. Den 23. August 1686 kam er als Moralprofessor nach Mariastein. Den 18. September 1690 wurde er (zum zweiten Male) nach Bellenz gesandt, von wo er den 13. Dezember 1691 zurückkehrte. Seit dem 30. Oktober 1692 malte er Sonnenuhren in Pfäffikon am Schloss und in Feusisberg an der Kirche. Den 14. Oktober 1695 wurde er Professor der Philosophie. Den 10. Dezember 1695 ging er mit seinem Bruder nach Baden und dann nach Bellenz wegen einer Schwester, die dort Klosterfrau war; am 13. Januar 1696 kam er von Bellenz zurück. Am 16. Mai 1696 begleitete er Abt Raphael zur Visitation der Klöster. Am 18. Oktober 1698 hielt der Abt Rat, ob man P. Amethyst wieder nach Bellenz senden wolle, da er ungehorsam sei und sich sonst schlecht aufführe. Man hielt dafür, ihn dorthin zu schicken, doch sollte er nicht mehr Prokurator werden. Den 21. April 1700 brachte man ihn gewaltsam nach Hause, da er, mehrfach heimberufen, nicht kommen wollte. Er wurde incarceriert und sagte am 24. April im Kapitel seine Cupla, worauf er 10 Tage Exerzitien zur Busse erhielt. Den 10. Mai wurde er im Kapitel wieder in Gnaden aufgenommen, bald darauf aber nach Engelberg gesandt. Den 20. Dezember 1701 war er in St. Gallen, von wo er andern Tags nach Neu St. Johann geschickt wurde. Später war er offenbar in Pfäfers, denn von da kam er am 29. August 1702 wieder nach St. Gallen. Doch kehrte er neuerdings nach Engelberg zurück, von wo man ihn am 17. Juni 1705 heimkommen lassen wollte. Da kam aus Engelberg die Kunde, dass er dort am 6. August entflohen sei. Man liess ihn nun aufsuchen und am 20. August brachte ihn P. Bonaventura gefesselt auf einem Pferd nach Einsiedeln zurück. Er wurde hier eingesperrt, da er sich verschiedene schwere Vergehen hatte zu Schulden kommen lassen. Da er aber nichts bekennen wollte, wurde er den 8. Januar 1706 angefesselt. Den 29. Mai konnte er entfliehen und sich in einem Ofen verstecken. Er wurde erneut eingesperrt und gefesselt. In der hl. Nacht 1707 gelang es ihm, wieder zu entkommen; er begegnete auf dem Katzenstrick Leuten von Schwyz und Rothenthurm, die nach Einsiedeln gingen und denen er verdächtig vorkam, da er nur einen Pelz und an einem Fuss noch eine Kette trug. Er wurde bald wieder zurückgebracht und neuerdings eingesperrt, bis er am 7. März 1711 starb, wie es heisst: «Absolvitur vinculis carnis simul et carceris, quo ob vitae demeritae damnatus erat; porro mortuus est omnibus Sacramentis rite provisus, errorum suorum poenitens, cui Deus veniae largitor et humanae salutis amator propitius esse dignetur. Amen»257.
P. Amethyst kam zuerst als Professor Casuum (Moral) nach Pfäfers, von wo er den 25. Juni 1685 zurückkehrte. Den 23. August 1686 kam er als Moralprofessor nach Mariastein. Den 18. September 1690 wurde er (zum zweiten Male) nach Bellenz gesandt, von wo er den 13. Dezember 1691 zurückkehrte. Seit dem 30. Oktober 1692 malte er Sonnenuhren in Pfäffikon am Schloss und in Feusisberg an der Kirche. Den 14. Oktober 1695 wurde er Professor der Philosophie. Den 10. Dezember 1695 ging er mit seinem Bruder nach Baden und dann nach Bellenz wegen einer Schwester, die dort Klosterfrau war; am 13. Januar 1696 kam er von Bellenz zurück. Am 16. Mai 1696 begleitete er Abt Raphael zur Visitation der Klöster. Am 18. Oktober 1698 hielt der Abt Rat, ob man P. Amethyst wieder nach Bellenz senden wolle, da er ungehorsam sei und sich sonst schlecht aufführe. Man hielt dafür, ihn dorthin zu schicken, doch sollte er nicht mehr Prokurator werden. Den 21. April 1700 brachte man ihn gewaltsam nach Hause, da er, mehrfach heimberufen, nicht kommen wollte. Er wurde incarceriert und sagte am 24. April im Kapitel seine Cupla, worauf er 10 Tage Exerzitien zur Busse erhielt. Den 10. Mai wurde er im Kapitel wieder in Gnaden aufgenommen, bald darauf aber nach Engelberg gesandt. Den 20. Dezember 1701 war er in St. Gallen, von wo er andern Tags nach Neu St. Johann geschickt wurde. Später war er offenbar in Pfäfers, denn von da kam er am 29. August 1702 wieder nach St. Gallen. Doch kehrte er neuerdings nach Engelberg zurück, von wo man ihn am 17. Juni 1705 heimkommen lassen wollte. Da kam aus Engelberg die Kunde, dass er dort am 6. August entflohen sei. Man liess ihn nun aufsuchen und am 20. August brachte ihn P. Bonaventura gefesselt auf einem Pferd nach Einsiedeln zurück. Er wurde hier eingesperrt, da er sich verschiedene schwere Vergehen hatte zu Schulden kommen lassen. Da er aber nichts bekennen wollte, wurde er den 8. Januar 1706 angefesselt. Den 29. Mai konnte er entfliehen und sich in einem Ofen verstecken. Er wurde erneut eingesperrt und gefesselt. In der hl. Nacht 1707 gelang es ihm, wieder zu entkommen; er begegnete auf dem Katzenstrick Leuten von Schwyz und Rothenthurm, die nach Einsiedeln gingen und denen er verdächtig vorkam, da er nur einen Pelz und an einem Fuss noch eine Kette trug. Er wurde bald wieder zurückgebracht und neuerdings eingesperrt, bis er am 7. März 1711 starb, wie es heisst: «Absolvitur vinculis carnis simul et carceris, quo ob vitae demeritae damnatus erat; porro mortuus est omnibus Sacramentis rite provisus, errorum suorum poenitens, cui Deus veniae largitor et humanae salutis amator propitius esse dignetur. Amen»257.
Schriften
Schriften:
Rationale Aaronis Duodecim Exornatum Gemmis, quas ex Oceano Theologo-Thomistico sub Directione R. P. Arnethysti Chicherii Principalis Mrii Eins. Professi et p. t. Celeberrimi Mrii B. V. M. in Petra SS. Theologiae Professoris Ordinarii, collegerunt et publicae disquisitionis Judicio exponent RR. et Doctissimi SS. Theologiae Studiosi P. Caelestinus Cattin, F. Maurus Raron, F. Vitalis Nanse, ad diem 23 Nov. 1689. Typis Mrii Eins, per Josephum Ochsner. 8 °. 96 Seiten.
Rationale Aaronis Duodecim Exornatum Gemmis, quas ex Oceano Theologo-Thomistico sub Directione R. P. Arnethysti Chicherii Principalis Mrii Eins. Professi et p. t. Celeberrimi Mrii B. V. M. in Petra SS. Theologiae Professoris Ordinarii, collegerunt et publicae disquisitionis Judicio exponent RR. et Doctissimi SS. Theologiae Studiosi P. Caelestinus Cattin, F. Maurus Raron, F. Vitalis Nanse, ad diem 23 Nov. 1689. Typis Mrii Eins, per Josephum Ochsner. 8 °. 96 Seiten.