P. Bonifaz (Johann Melchior) Sartori von Altdorf


Lebensdaten
Geboren 1661, Profess 1679, Gestorben 1700

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
7. Professen unter Abt Augustin II. Reding 1670-92., Nr. 28
Professbuchnr.
220

Professdatum
1679

Professbuchtext
P. Bonifaz (Johann Melchior) Sartori von Altdorf. Geboren den 17. Juli 1661 als Sohn des Stephan Sartori und der Maria Ogger, die zeitweise auch in Livinen sich aufhielten. Profess 19. März 1679. Priester 9. Juli, Primiz 16. Juli 1684. Auf die Primiz sandte der Vater «einen Saum des eltisten Welschen Weins sampt einem zimmlich grossen Gambsthier, mit welchen er unseren Herren wollte ein Dank thun der Arbeit, so sie in dem Gottsdienst und Primiz seines Herrn Sohns zu leiden»255.
P. Bonifaz war zuerst Katechet. Den 18. März 1687 besuchte er seinen schwerkranken Vater, der jedenfalls bald starb, denn am 18. April ging er zur Teilung der Erbschaft, wofür ihm die Erben «2 1/2 Eymer süessen welschen rothen Weines» gaben. Den 21. Juni 1688 führte er eine seiner Schwestern nach Wurmsbach. Bis zum 31. Oktober 1688 war er Cellerar. Am 14. Dezember 1688 ging er nach Engelberg, seinen kranken Vetter besuchen. Den 26. September 1689 kam er nach St. Gerold, von wo aus er für kurze Zeit seit dem 10. April 1690 die Pfarrei Blons versah. Den 7. August 1691 wurde er heimberufen und für P. Sigismund Unterpfarrer, Aber schon bald kam er wieder nach St. Gerold, denn am 23. März 1692 kam er von dorther zur Abtswahl heim und ging auch am 27. März wieder dorthin zurück. Später war er wieder in Einsiedeln, denn er machte am 1. März 1693, von der Kolik genesen, einem Gelübde zufolge, eine Wallfahrt zum hl. Erasmus in Kempraten. Vom 11. bis 20. Januar 1695 weilte er bei seiner alten Mutter in Engelberg, die sich seit dem Brande von Altdorf, 1693, wo sie alles verlor, in Engelberg aufhielt. Den 7. Juni 1695 wurde er für P. Wolfgang Pfarrer von Feusisberg, wo er bis zum 21. Mai 1697 wirkte. Vom 26. Juni bis 5. Dezember 1699 hielt er sich in Bellenz auf, um sich im Italienischen zu vervollkommnen. Er hatte den Konvertitenunterricht unter sich und wurde am 14. April 1700 Gehilfe des Vestiarius P. Mauritius und am 11. Juni Brüderinstruktor. Im Oktober erkrankte er an der Kolik, den 22. erlitt er eine Ohnmacht und starb am Abend dieses 22. Oktober 1700. Er hatte im Sommer dieses Jahres noch eine cura acidularum gemacht, doch ohne Erfolg. «Es war R. P. Bonifacius ein Herr von trefflichem Verstand, wohl gestudiert, auch der italiänischen Sprach erfahren. Hatte vor diesem Catechesim gehalten, ist dermahl ad officium Sacristae inferioris kommen, ietz versach er das Vestiarium und das Zuchtmeister Ampt über die Convers Brüeder mit der Instruction derer, die sich von dem Luthertumb oder Irr-Religion zu der wahren Catholischen Glaubens Bekanntnus bekehren wollten, in welch letzteren er sehr yfrig, in anderen seinen Verwaltungen sehr fleissig, bedachtsamb, gutes Bescheids, geduldig, liebreich wie nit weniger in Choro und Confessionali gleichsamb undermüdet gewesen«256.