P. Philippus (Hercules Fulgentius) Paganini von Bellenz
Lebensdaten
Geboren 1657, Profess 1675, Gestorben 1697
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
7. Professen unter Abt Augustin II. Reding 1670-92., Nr. 13
Professbuchnr.
205
Professdatum
1675
Professbuchtext
P. Philippus (Hercules Fulgentius) Paganini von Bellenz. Geboren 1657. Er war ein Verwandter des Kanzlers der Nuntiatur, Johann Anton Rusconi, der ihn nach Einsiedeln empfahl. Da er sehr klein war und wenig Deutsch konnte, gab man ihm am 3. November 1673 noch keine bestimmte Zusage; erst am 12. Januar 1674 wurde er zum Noviziat zugelassen. Profess 21. Januar 1675. Priester 21. Dezember 1680.
P. Philipp wirkte bis zum 4. Oktober 1689 als Lehrer der untern Klassen in Bellenz, dann kam er ins Stift zurück und wurde hier für P. Adelgott Lehrer der Inferiora. Er half auch als Korrektor in der Stiftsdruckerei mit, starb aber schon den 11. Juni 1697, erst 40 Jahre alt. «Er befand sich schon zimliche Zeit etwas Schmerzens auf der Brust, und weilen er etwas von bösem Wehe gehabt, erzellte er unserm H. Decano seinen Zustand. Dieser beafhl, den Medicum zu beruefen, und liess also Ihme Rath schaffen. Allein, es wollte alle angewandte Artzney wenig nutzen und das Uebl sich nit bessern. Als nun er heut solches H. Decano anzuzeigen zu Ihme kommen, hatt H. Decan aus seinem Feurrothen Angesicht vermerkt, das er starke Hitzen hette, sagte, er solle in sein Cellelin kehren, sich zur Ruhe begeben und ihme ein krefftig Brüelin rüsten lassen. Er gehorchet, gleichwohl mit grosser Sorg, es möchte etwas Böses werden. Gehet hinauf in seine Celle. Wie es nun mit ihm ergangen, weiss man anders nichts, als dass, nach demme der Bruder kommen, ihme etwas zu bringen, es Ihne in Mitte der Cellen auf dem Angesicht liegenden todten und vill Blut umb den Mund angetrofen .... Solisten ist ein stiller, sittlicher, frommer, exemplarischer Herr gewesen, in allen Dingen bereitet, zu gehorchen. Hatt ietz eine Zeit die Correcturam in die Buchtruckerey mit sonderem Fleiss versehen, massen solches erweiset in novo Breviario das Psalterium, und etwas Proprium de Tempore, welches er corrigiert, auch andere Opuscula mehr. Ist auch vor diesem Schulmeister im Kloster gewesen, by welchem Ambt er seine Jungen in schönen Sitten und Zucht zu iedermanns Trost und Freuwde gehalten und sonsten auch auf der Cantzel vill gebraucht worden, in welchem allem er wohl gedienet, obwohlen er ein gebohrener Bellentzer ware, dann er sich in der Teutschen Sprach dermassen wohl perficiret, das man an ihme vast nit merken können, das er ein gebohrener Italiener oder nit gebohrener Teutscher»234.
P. Philipp wirkte bis zum 4. Oktober 1689 als Lehrer der untern Klassen in Bellenz, dann kam er ins Stift zurück und wurde hier für P. Adelgott Lehrer der Inferiora. Er half auch als Korrektor in der Stiftsdruckerei mit, starb aber schon den 11. Juni 1697, erst 40 Jahre alt. «Er befand sich schon zimliche Zeit etwas Schmerzens auf der Brust, und weilen er etwas von bösem Wehe gehabt, erzellte er unserm H. Decano seinen Zustand. Dieser beafhl, den Medicum zu beruefen, und liess also Ihme Rath schaffen. Allein, es wollte alle angewandte Artzney wenig nutzen und das Uebl sich nit bessern. Als nun er heut solches H. Decano anzuzeigen zu Ihme kommen, hatt H. Decan aus seinem Feurrothen Angesicht vermerkt, das er starke Hitzen hette, sagte, er solle in sein Cellelin kehren, sich zur Ruhe begeben und ihme ein krefftig Brüelin rüsten lassen. Er gehorchet, gleichwohl mit grosser Sorg, es möchte etwas Böses werden. Gehet hinauf in seine Celle. Wie es nun mit ihm ergangen, weiss man anders nichts, als dass, nach demme der Bruder kommen, ihme etwas zu bringen, es Ihne in Mitte der Cellen auf dem Angesicht liegenden todten und vill Blut umb den Mund angetrofen .... Solisten ist ein stiller, sittlicher, frommer, exemplarischer Herr gewesen, in allen Dingen bereitet, zu gehorchen. Hatt ietz eine Zeit die Correcturam in die Buchtruckerey mit sonderem Fleiss versehen, massen solches erweiset in novo Breviario das Psalterium, und etwas Proprium de Tempore, welches er corrigiert, auch andere Opuscula mehr. Ist auch vor diesem Schulmeister im Kloster gewesen, by welchem Ambt er seine Jungen in schönen Sitten und Zucht zu iedermanns Trost und Freuwde gehalten und sonsten auch auf der Cantzel vill gebraucht worden, in welchem allem er wohl gedienet, obwohlen er ein gebohrener Bellentzer ware, dann er sich in der Teutschen Sprach dermassen wohl perficiret, das man an ihme vast nit merken können, das er ein gebohrener Italiener oder nit gebohrener Teutscher»234.