Br. Laurentius (Bernhard) Strobel von Ifälten
Lebensdaten
Profess 1669, Gestorben 1678
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 77
Professbuchnr.
184
Professdatum
1669
Professbuchtext
Br. Laurentius (Bernhard) Strobel von Ifälten (Österreich). Profess 30. Mai 1669. Von Beruf war er Sattler. Den 17. September 1671 musste er nach St. Gerold. Er starb aber den 8. Juni 1678 in Einsiedeln an einer krebsartigen Krankheit, wie uns Dietrich195 berichtet: «nach ausgestandener, villjähriger Tortur des Krebs und anderen Krank- und Schwachheiten. Er hatte anfenglich unden am Hals ein Apostema, welches sich auch nach und nach dergestalten erweiterte, das es innert dem Rachen ein gross Loch gegen dem Hirn herauf aufgebissen, auch im Rachen oder Hals stark angesetzt. Gleichwohl man darüber underschidlicher Medicorum und Chyrurgorum Hilf und Rath gesucht, hatt doch kein Besserung erfolgen wollen, und ist endtlich der Schaden so gross worden, das der gute Bruder schier gantz von dem Reden kommen, also das er nit als gar schwärlich und mit sonderm Schmertzen reden können, aber noch vill weniger können verstanden werden. Es mehrte sich underzwüschen der Schaden dergestalten, das Ihme die Frantzosen oder Krebs die Naasen, Lefzgen, bis an die Augen innerlich verzehrt, also dass er ein abschewliches Aussehen hatte. Darzu stosste ein unmenschlich böser Geschmackh, wesswegen man nothwendig Ihne absondern müsste. Ist also in das Badhaus transferiert worden, da er in die 4 oder 5 Jahr gantz abgesondertet verzehret. Hatte gar keine Conversation, und ward gar selten (da iedermann ein Abschewen von ihme gehabt) von den Brüdern besucht. Verzehrte sein Zeit im Gebett, und mit Kertzen winden. Ihr Fürstl. Gn. haben Ihme einen absonderlichen Aufwarten, einen jungen Knaben verordnet, um Ihm die Speisen zu bringen, und die Nothwendigkeiten verrichten müssen. Verwichenes 1677ste Jahr ist unwüssendt Ihro Fürstl. Gn. ein allhiesiger Waldtmann namens Jogli Füchslin, Kruckenjogeli genambset, offt zu Ihme kommen, in Meinung den umbfressenden Krebs zu curiren, wie dann auch geschehen, dann er selbigen gantz getodt, und das Angesicht wieder gesund gemacht, das aber kein Naasen und kein Leftzgen mehr hatte. Weilen aber alle dise Krankheiten von starken gesaltzten Catharren hergeflossen, in äusserlicher Chur aber der Fluss innerlich getriben worden, hatt diser sich nach und nach dergestalten by dem Hertzen sich gesammlet, das er endtlich den guten Bruder, da er zur Nothdurft hinausgehen wollte, ersteckt und ist also sitzend zum Herrn gefahren. Er hat im Leben wegen seinen Krankheiten sehr vil ausgestanden und ist ein lebendiger Märtyrer gewesen, wirdt hoffentlich im Himmel für seine grosse Gedult auch der Märtyrer Kräntzlin erhalten haben».