P. Rupert (Johann Franz) von Roll aus Solothurn
Lebensdaten
Geboren 1650, Profess 1668, Gestorben 1693
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 76
Professbuchnr.
183
Professdatum
1668
Professbuchtext
P. Rupert (Johann Franz) von Roll aus Solothurn. Geboren den 1. Februar 1650 als Sohn des Ludwig von Roll und der Maria Clara Wallier. Profess 20. Mai 1668. Priester 1. April, Primiz 1. Mai 1673. Als Erbe erhielt er 4000 fl. und von der Mutter einen sehr schönen Kelch mit Messkännchen.
Bei seiner Primiz nahm der Abt beim Offertorium in Pluviale und Mitra die Profess eines Herrn von Beroldingen als Ritter von Calatrava entgegen.
Nach seiner Primiz wurde P. Rupert zunächst Aufseher über die Wollweberei (Inspector laneficii), welches Amt ihm den 21. Oktober 1675 abgenommen wurde. Den 30. Oktober 1676 sollte er Vizepräses werden, lehnte es aber ab. Am 18. Mai 1677 bestellte ihn der Abt zu seinem Privatsekretär und übertrug ihm zugleich die Geldgeschäfte des Wechsels. Den 25. Oktober 1677 wurde er Curator infirmorum und am folgenden 19. November Bauherr; als solcher hatte er den neuen Chorbau zu beaufsichtigen. Für P. Ildefons wurde er den 16. Dezember 1678 Vizekustos. In diesem Jahre gab ihm vor allem der Ankauf der Herrschaft Sonnenberg viel zu schaffen. Den 20. Dezember 1679 kam er als Pfarrer nach Ittendorf, von wo er Anfangs Februar 1681 zurückkehrte, nachdem er noch einige Zeit in Sonnenberg sich aufgehalten hatte. Darauf wurde er den 6. Februar Küchenmeister. Am 26. April 1681 machte er eine Wallfahrt zum sel. Bruder Klaus und am 6. Juni dieses Jahres ging er auf die Zurzacher Messe. Den 5. Dezember 1681 wurde er Statthalter in Pfäffikon, wo er bis 1684 P. Aegid Effinger als Gehilfen hatte. Im April 1684 ging er nach Hohenrain, wo damals sein Bruder als Komtur des Johanniterhauses eingesetzt wurde. Später war dieser Komtur in Tobel, wo P. Rupert ihn Ende Oktober 1686 aufsuchte. Den 4. Juli 1691 wohnte er als geistlicher Vater der ersten hl. Messe des Leonz Cysat bei, die dieser, bereits Kanonikus in Bischofszell, in der Gnadenkapelle zu Einsiedeln las. Für die Statthalterei Pfäffikon erwarb Pater Rupert den B.März 1692 die Weid Roblosen um 330 Münzgulden oder 2640 fl. Zürcher Währung. Am 19. Juli 1692 kam er als Statthalter nach Einsiedeln. Von hier musste er den 12. November dieses Jahres nach Ittendorf, um die Einkünfte der dortigen Herrschaft zu untersuchen. Von Kolik geplagt, ging er den 9. April 1693 zu seinem Bruder, dem General-Receptor in Hohenrain. P. Ägid und ein Diener, Dominik Kälin, begleiteten ihn dorthin. Dort traf ihn am Abend des 13. April, kaum dass er zu Bett gegangen, ein Schlagfluss, an dem er gleich starb. Als am folgenden Tage die Kunde von seinem Hinscheiden nach Einsiedeln kam, wurden P. Ägid und P. Gall nach Hohenrain gesandt. Sie liessen in Muri anfragen, ob man die Leiche dorthin bringen könnte; aber der Bruder des Verstorbenen wollte sie in Hohenrain haben und so wurde P. Rupert den 16. April in der Pfarrkirche zu Hohenrain neben dem Liebfrauenaltar auf der Epistelseite in Gegenwart vieler Geistlichen beigesetzt. «War ein Herr von grossen Qualitäten»194.
Bei seiner Primiz nahm der Abt beim Offertorium in Pluviale und Mitra die Profess eines Herrn von Beroldingen als Ritter von Calatrava entgegen.
Nach seiner Primiz wurde P. Rupert zunächst Aufseher über die Wollweberei (Inspector laneficii), welches Amt ihm den 21. Oktober 1675 abgenommen wurde. Den 30. Oktober 1676 sollte er Vizepräses werden, lehnte es aber ab. Am 18. Mai 1677 bestellte ihn der Abt zu seinem Privatsekretär und übertrug ihm zugleich die Geldgeschäfte des Wechsels. Den 25. Oktober 1677 wurde er Curator infirmorum und am folgenden 19. November Bauherr; als solcher hatte er den neuen Chorbau zu beaufsichtigen. Für P. Ildefons wurde er den 16. Dezember 1678 Vizekustos. In diesem Jahre gab ihm vor allem der Ankauf der Herrschaft Sonnenberg viel zu schaffen. Den 20. Dezember 1679 kam er als Pfarrer nach Ittendorf, von wo er Anfangs Februar 1681 zurückkehrte, nachdem er noch einige Zeit in Sonnenberg sich aufgehalten hatte. Darauf wurde er den 6. Februar Küchenmeister. Am 26. April 1681 machte er eine Wallfahrt zum sel. Bruder Klaus und am 6. Juni dieses Jahres ging er auf die Zurzacher Messe. Den 5. Dezember 1681 wurde er Statthalter in Pfäffikon, wo er bis 1684 P. Aegid Effinger als Gehilfen hatte. Im April 1684 ging er nach Hohenrain, wo damals sein Bruder als Komtur des Johanniterhauses eingesetzt wurde. Später war dieser Komtur in Tobel, wo P. Rupert ihn Ende Oktober 1686 aufsuchte. Den 4. Juli 1691 wohnte er als geistlicher Vater der ersten hl. Messe des Leonz Cysat bei, die dieser, bereits Kanonikus in Bischofszell, in der Gnadenkapelle zu Einsiedeln las. Für die Statthalterei Pfäffikon erwarb Pater Rupert den B.März 1692 die Weid Roblosen um 330 Münzgulden oder 2640 fl. Zürcher Währung. Am 19. Juli 1692 kam er als Statthalter nach Einsiedeln. Von hier musste er den 12. November dieses Jahres nach Ittendorf, um die Einkünfte der dortigen Herrschaft zu untersuchen. Von Kolik geplagt, ging er den 9. April 1693 zu seinem Bruder, dem General-Receptor in Hohenrain. P. Ägid und ein Diener, Dominik Kälin, begleiteten ihn dorthin. Dort traf ihn am Abend des 13. April, kaum dass er zu Bett gegangen, ein Schlagfluss, an dem er gleich starb. Als am folgenden Tage die Kunde von seinem Hinscheiden nach Einsiedeln kam, wurden P. Ägid und P. Gall nach Hohenrain gesandt. Sie liessen in Muri anfragen, ob man die Leiche dorthin bringen könnte; aber der Bruder des Verstorbenen wollte sie in Hohenrain haben und so wurde P. Rupert den 16. April in der Pfarrkirche zu Hohenrain neben dem Liebfrauenaltar auf der Epistelseite in Gegenwart vieler Geistlichen beigesetzt. «War ein Herr von grossen Qualitäten»194.