P. Plazidus (Jodocus Theoderich) Reding von Schwyz
Lebensdaten
Geboren 1652, Profess 1668, Gestorben 1692
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 74
Professbuchnr.
181
Professdatum
1668
Professbuchtext
P.Plazidus (JodocusTheoderich) Reding von Schwyz. Er war geboren den 2. Mai 1652 als Sohn des Johann Rudolf Reding und der Margaritha Pfyffer. Abt Augustin war sein Bruder. Als Erbe erhielt er 1000 fl. Profess 20. Mai 1668. Priester 3. Mai 1676.
Noch als Frater wurde er den 13. November 1671 mit den untersten Klassen der Klosterschule betraut. Ebenso musste er, da beständig etwas kränklich, schon im Juni 1672 nach Pfäfers ins Bad. Am 21. August 1674 sandte man ihn nach St. Gerold, da er «immerdar etwas Krankheiten hatte, und konnte niemand ergründen, was oder wo es wäre. Es hat aber ihme auch dis Ohrt nit wol zugeschlagen»189. Noch vor der Primiz wurde er den 21. Oktober 1675 Professor der Theologie, jedoch unter Leitung seines Bruders, des Abtes. Den 30. Oktober 1677 begann er Philosophie zu lesen. Am 11. Januar 1679 sandte ihn der Abt als Philosophieprofessor nach Pfäfers, wo er bis zum 1. Juli 1682 blieb. Den 21. März 1681 musste er eigens nach Hause kommen, um dem Abt theologische Schwierigkeiten lösen zu helfen. In einem Rechtshandel mit Schwyz sandte ihn der Abt 1685 mehrfach dorthin; ebenso musste er den 4. Juli 1685 wegen Streitigkeiten nach Gachnang. Den 16. September 1687 präsidierte er eine theologische Disputation. Mit Abt und Dekan musste er 1687 (14. November) und 1688 (2. Februar) nach Schwyz, um den sogen. Toggenburgerhandel zwischen dem Abt von St. Gallen und den Schwyzern beilegen zu helfen. Den 18. Mai 1688 begleitete er seinen Bruder ins Bad Pfäfers; zur Jubelprofess seiner Schwester in Wattwil ging er den 25. Juni 1688 dorthin. Ende des Jahres bestimmte ihn der Abt als Theologieprofessor nach Maurniünster. P. Plazidus verreiste den 12. Oktober nach Mariastein, vernahm aber dort, dass die Franzosen in Maurmünster «übel gehauset» hätten und so kehrte er Ende Oktober wieder zurück. Vom 13. bis 23. Juni 1689 musste er nach St. Gallen, um die Erbschaft seines Bruders, der Obervogt in Rosenberg gewesen war, zu ordnen. Den 18. Februar 1690 ging er nach Wettingen, um dort P. Wilhelm Reding zu helfen, einen Stammbaum der Familie aufzustellen. Den 2. März 1690 erbat man ihn als Theologieprofessor nach Ebersmünster. Der Abt erlaubte ihm zu gehen, doch P. Plazidus fühlte sich zu schwach. Er suchte gesundheitshalber vom 29. Juli bis 12. September 1690 Verwandte in Gösgen auf. Den 8. Januar 1691 kam er als Pfarrer für P. Raphael nach Münsterlingen, trotzdem er immer leidend war, wie P. Josef Dietrich berichtet: «war sonsten sehr krankmütig und übel bestellt, mochte doch niemand die Krankheit erkennen und müsste also er selbsten und andere mit Ihme grosse Gedult tragen; da sonsten er ein Mann were gewesen von grosser Gelehrtheit und Verstand». Am Rosenkranzsonntag 1691 nahm er an der Primiz seines Vetters P. Viktorin Reding in Fischingen teil. Den 9. Oktober darauf kam er zu einem Besuche nach Einsiedeln, auch zur Abtwahl, den 23. März 1692, kam er, kehrte aber am 27. März wieder nach Münsterlingen zurück, um im Laufe des Aprils wieder heimzukehren. Den 13. Mai erlitt er in der Gnadenkapelle einen schweren Ohnmachtsanfall, so dass man ihm die letze Ölung spendete. Er erholte sich wieder etwas, bekam aber am 18. Mai einen neuen Anfall. Den 31. Mai versah man ihn mit den hl. Sterbesakramenten, worauf er in der Nacht zwischen 11 und 12 Uhr starb. So folgte er sehr rasch seinem Bruder Abt Augustin, der am 13. März gestorben war, nach. Die beiden Brüder hingen sehr aneinander und P. Plazidus kommt ein grosses Verdienst an den theologischen Werken des Abtes zu. «Dieser liebe Confrater hatte vor diesem Philosophiam, auch zimmlich lang Theologiam profitirt, und zwar sehr wohl, zu sonderm Trost unser aller und Aufnahm seiner Disziplin. Nachgendts ist er etwas blöder worden, und sonderlich eine schier unnatürliche Magenkrankheit bekommen, welche man mit allerhand Mitteln zu curieren gesucht, aber alles nichts verfangen wollen». Er wurde, da die gewöhnliche Gruft voll, in dem untern Münster bei dem St. Benediktsaltar an der Seite des P. Adelgott begraben190. Kurz vor seinem Tode, den 24. März 1692, war P. Plazidus noch Mitglied der Fünfwundenbruderschaft in Konstanz geworden, in die damals mehrere Stiftsmitglieder aufgenommen worden waren.
«Ea erat tum ingenii turn indolis turn morum etiam elegantia juvenis, ut, etsi fratrem germanum haberet in monasterio eumque Abbatem, in ejus tarnen susceptione relaxata ita fuit lex et consuetudo non admittendi in idem monasterium duos germanos fratres, ut unanimi omnium sententia ad tyrocinium sacrum et deinde ad religionis professionem fuerit; at haud diu postquam professus Religionem fuit, languidiore esse incipiens valetudine, nondum sacerdos Ao 1672 per Junium mensem de consilio medici Schnorfii Badae Helvertiorum thermis Badensibus uti necesse habuit. At ejus aquae potus vel usus non parum laesam fuisse hominis (summae spei) valetudinem est existimatum a pluribus. Enim vero ab eo, quam usus aquis Badensis fuit, languidiore semper corpore, paucisque post annis affecta vehementer valetudine esse ita coepit, ut donis a Deo concessis et ingenii bonitate fere non nisi per patientiam uti valuerit. Ejus Manuscripta etiam num extant. Ejus tractatum Logices suis discipulis dictatum permagni fecit P. Chrysostomus Stadler, illius et ipse discipulus. Ea fuisse memorandi vi seu memoriae felicitate fertur, ut quod a se lectum semel in animum admiserat (legebat autem plurimum, lectitabat frequenter) dimiserat nunquam. Notus Joanni Mabillonio celebri illi nostri Ordinis monacho Gallo, in colligendis veterum majorum nostrorum monumentis assiduo eundem juvit, qui hunc nostrum mani fecit, eruditissimumque ac doctissimum apellat in itinere suo Germanico, typis vulgato. Extant etiam Epistolae Mabilonij Parisiis datae ad Placidum hunc nostrum in quibus eum commendat.
Edidit defensionem libertatis helveticae adversus Goldastum et Kiefflerum egregie propugnatae, typis vulgatam et publice propugnavit . . . Eum charum fuisse Augustino Abbati accipimus, non tarn quod frater esset germanus, ac quod admirandum in eo juvene intelligendi memorandique vim amaret, susciperetque etiam admirando. Ita traditum accipimus auditione, a fide dignissimis nostrorum Seniorum»191.
Noch als Frater wurde er den 13. November 1671 mit den untersten Klassen der Klosterschule betraut. Ebenso musste er, da beständig etwas kränklich, schon im Juni 1672 nach Pfäfers ins Bad. Am 21. August 1674 sandte man ihn nach St. Gerold, da er «immerdar etwas Krankheiten hatte, und konnte niemand ergründen, was oder wo es wäre. Es hat aber ihme auch dis Ohrt nit wol zugeschlagen»189. Noch vor der Primiz wurde er den 21. Oktober 1675 Professor der Theologie, jedoch unter Leitung seines Bruders, des Abtes. Den 30. Oktober 1677 begann er Philosophie zu lesen. Am 11. Januar 1679 sandte ihn der Abt als Philosophieprofessor nach Pfäfers, wo er bis zum 1. Juli 1682 blieb. Den 21. März 1681 musste er eigens nach Hause kommen, um dem Abt theologische Schwierigkeiten lösen zu helfen. In einem Rechtshandel mit Schwyz sandte ihn der Abt 1685 mehrfach dorthin; ebenso musste er den 4. Juli 1685 wegen Streitigkeiten nach Gachnang. Den 16. September 1687 präsidierte er eine theologische Disputation. Mit Abt und Dekan musste er 1687 (14. November) und 1688 (2. Februar) nach Schwyz, um den sogen. Toggenburgerhandel zwischen dem Abt von St. Gallen und den Schwyzern beilegen zu helfen. Den 18. Mai 1688 begleitete er seinen Bruder ins Bad Pfäfers; zur Jubelprofess seiner Schwester in Wattwil ging er den 25. Juni 1688 dorthin. Ende des Jahres bestimmte ihn der Abt als Theologieprofessor nach Maurniünster. P. Plazidus verreiste den 12. Oktober nach Mariastein, vernahm aber dort, dass die Franzosen in Maurmünster «übel gehauset» hätten und so kehrte er Ende Oktober wieder zurück. Vom 13. bis 23. Juni 1689 musste er nach St. Gallen, um die Erbschaft seines Bruders, der Obervogt in Rosenberg gewesen war, zu ordnen. Den 18. Februar 1690 ging er nach Wettingen, um dort P. Wilhelm Reding zu helfen, einen Stammbaum der Familie aufzustellen. Den 2. März 1690 erbat man ihn als Theologieprofessor nach Ebersmünster. Der Abt erlaubte ihm zu gehen, doch P. Plazidus fühlte sich zu schwach. Er suchte gesundheitshalber vom 29. Juli bis 12. September 1690 Verwandte in Gösgen auf. Den 8. Januar 1691 kam er als Pfarrer für P. Raphael nach Münsterlingen, trotzdem er immer leidend war, wie P. Josef Dietrich berichtet: «war sonsten sehr krankmütig und übel bestellt, mochte doch niemand die Krankheit erkennen und müsste also er selbsten und andere mit Ihme grosse Gedult tragen; da sonsten er ein Mann were gewesen von grosser Gelehrtheit und Verstand». Am Rosenkranzsonntag 1691 nahm er an der Primiz seines Vetters P. Viktorin Reding in Fischingen teil. Den 9. Oktober darauf kam er zu einem Besuche nach Einsiedeln, auch zur Abtwahl, den 23. März 1692, kam er, kehrte aber am 27. März wieder nach Münsterlingen zurück, um im Laufe des Aprils wieder heimzukehren. Den 13. Mai erlitt er in der Gnadenkapelle einen schweren Ohnmachtsanfall, so dass man ihm die letze Ölung spendete. Er erholte sich wieder etwas, bekam aber am 18. Mai einen neuen Anfall. Den 31. Mai versah man ihn mit den hl. Sterbesakramenten, worauf er in der Nacht zwischen 11 und 12 Uhr starb. So folgte er sehr rasch seinem Bruder Abt Augustin, der am 13. März gestorben war, nach. Die beiden Brüder hingen sehr aneinander und P. Plazidus kommt ein grosses Verdienst an den theologischen Werken des Abtes zu. «Dieser liebe Confrater hatte vor diesem Philosophiam, auch zimmlich lang Theologiam profitirt, und zwar sehr wohl, zu sonderm Trost unser aller und Aufnahm seiner Disziplin. Nachgendts ist er etwas blöder worden, und sonderlich eine schier unnatürliche Magenkrankheit bekommen, welche man mit allerhand Mitteln zu curieren gesucht, aber alles nichts verfangen wollen». Er wurde, da die gewöhnliche Gruft voll, in dem untern Münster bei dem St. Benediktsaltar an der Seite des P. Adelgott begraben190. Kurz vor seinem Tode, den 24. März 1692, war P. Plazidus noch Mitglied der Fünfwundenbruderschaft in Konstanz geworden, in die damals mehrere Stiftsmitglieder aufgenommen worden waren.
«Ea erat tum ingenii turn indolis turn morum etiam elegantia juvenis, ut, etsi fratrem germanum haberet in monasterio eumque Abbatem, in ejus tarnen susceptione relaxata ita fuit lex et consuetudo non admittendi in idem monasterium duos germanos fratres, ut unanimi omnium sententia ad tyrocinium sacrum et deinde ad religionis professionem fuerit; at haud diu postquam professus Religionem fuit, languidiore esse incipiens valetudine, nondum sacerdos Ao 1672 per Junium mensem de consilio medici Schnorfii Badae Helvertiorum thermis Badensibus uti necesse habuit. At ejus aquae potus vel usus non parum laesam fuisse hominis (summae spei) valetudinem est existimatum a pluribus. Enim vero ab eo, quam usus aquis Badensis fuit, languidiore semper corpore, paucisque post annis affecta vehementer valetudine esse ita coepit, ut donis a Deo concessis et ingenii bonitate fere non nisi per patientiam uti valuerit. Ejus Manuscripta etiam num extant. Ejus tractatum Logices suis discipulis dictatum permagni fecit P. Chrysostomus Stadler, illius et ipse discipulus. Ea fuisse memorandi vi seu memoriae felicitate fertur, ut quod a se lectum semel in animum admiserat (legebat autem plurimum, lectitabat frequenter) dimiserat nunquam. Notus Joanni Mabillonio celebri illi nostri Ordinis monacho Gallo, in colligendis veterum majorum nostrorum monumentis assiduo eundem juvit, qui hunc nostrum mani fecit, eruditissimumque ac doctissimum apellat in itinere suo Germanico, typis vulgato. Extant etiam Epistolae Mabilonij Parisiis datae ad Placidum hunc nostrum in quibus eum commendat.
Edidit defensionem libertatis helveticae adversus Goldastum et Kiefflerum egregie propugnatae, typis vulgatam et publice propugnavit . . . Eum charum fuisse Augustino Abbati accipimus, non tarn quod frater esset germanus, ac quod admirandum in eo juvene intelligendi memorandique vim amaret, susciperetque etiam admirando. Ita traditum accipimus auditione, a fide dignissimis nostrorum Seniorum»191.
Schriften
Schriften:
a) Gedruckte:
Dissertatio Historico-Juridico-Theologica de Status Helvetii Libertate et Plena ab Imperio Exemptione, publico certamini Scholastico in Monasterio exposita sub Praesidio Adm. R. P. Placidi Reding a Biberegg. Ibidem SS. Theologiae Professoris Ordinarii, defendentibus RR. Religiosis P. Thaddaeo Schwaller et F. Augustino Federspil, ejusdem Monrii Capitularibus. Cum facultate Superiorum. Typis Monrii Einsidlensis. Per Josephum Reymann. Anno 1685. 4 °. 38 S. Vide No. 269, Ziff. 22. Archiv ohne Sign.
b) Ungedruckte:
1. Praelectiones theologicae - de matrimonio, de voto, de juramento. Fol. Mscr. 805 (133).
2. Logica - verloren. Dieselbe wurde von seinem Schüler, später P. Chrysostomus Stadler, sehr hoch geschätzt.
3. Poemata latina quaedam - unter seinem Taufnamen Jost Theoderich. 8 °. Mscr. 1025 (1183). Confr. 1024 u. 1034.
4. Tractatus de Eucharistia et alii tractatus theologici (mit P. Mauritius von Fleckenstein). Fol. 297 fol. Mscr. 131.
a) Gedruckte:
Dissertatio Historico-Juridico-Theologica de Status Helvetii Libertate et Plena ab Imperio Exemptione, publico certamini Scholastico in Monasterio exposita sub Praesidio Adm. R. P. Placidi Reding a Biberegg. Ibidem SS. Theologiae Professoris Ordinarii, defendentibus RR. Religiosis P. Thaddaeo Schwaller et F. Augustino Federspil, ejusdem Monrii Capitularibus. Cum facultate Superiorum. Typis Monrii Einsidlensis. Per Josephum Reymann. Anno 1685. 4 °. 38 S. Vide No. 269, Ziff. 22. Archiv ohne Sign.
b) Ungedruckte:
1. Praelectiones theologicae - de matrimonio, de voto, de juramento. Fol. Mscr. 805 (133).
2. Logica - verloren. Dieselbe wurde von seinem Schüler, später P. Chrysostomus Stadler, sehr hoch geschätzt.
3. Poemata latina quaedam - unter seinem Taufnamen Jost Theoderich. 8 °. Mscr. 1025 (1183). Confr. 1024 u. 1034.
4. Tractatus de Eucharistia et alii tractatus theologici (mit P. Mauritius von Fleckenstein). Fol. 297 fol. Mscr. 131.