P. Desiderius (Johann Jakob Anton) Scholar von Altdorf
Lebensdaten
Geboren 1647, Profess 1663, Gestorben 1705
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 65
Professbuchnr.
172
Professdatum
1663
Professbuchtext
P. Desiderius (Johann Jakob Anton) Scholar von Altdorf. Geboren 1647 als Sohn des Anton Scholar und der Barbara Arnold. Als Erbe erhielt er 600 fl. Profess 1. November 1663. Priester 15. August 1670 in Pfäffikon.
P. Desiderius wurde zuerst Lehrer der Knaben, dann kam er als Adjunkt und Beichtiger ins Fahr, von wo er den 26. Oktober 1676 zurückkehrte, worauf er den 30. Oktober Unterpfarrer wurde. Schon am 18. März 1678 aber wurde er für P. Karl Pfarrer von Einsiedeln. Den 15. April 1678 ging er nach Wettingen zur Profess eines Neffen. Am 30. September 1679 predigte er in Schwyz. Den 13. Oktober 1680 reiste er nach Baden, um dort mit Hauptmann Dorer wegen dem neu zu erstellenden Nebenaltärchen im Beinhaus zu Einsiedeln zu verhandeln. Doch schon am folgenden 23. Oktober kam P. Desiderius von der Pfarrei weg und wurde Propst in Bellenz. Dietrich bemerkt dazu173: Allhier ist er sonderlich by den Waldleuten mit grossen Reuen entlassen worden und hat gar kostbarliche Praesenten mit sich hinweg getragen, die er selbsten weniger nit als per 60 fl. geschetzt. Dann man hat ihm immerdar zugetragen, und were bald er dergestalten überheufet worden, dass deswegen Ihme deswegen ein eigenes Pferdt sollte mitgegeben werden. Es hatt auch ein und der ander Ihne zu Pferdt ein gut Stück weit begleitet. Mit einem Wort, er hatt sich hier by seinen gewesten Pfarrkindern dermassen beliebt gemacht, dass man seiner einen grossen Reuwen gehabt.» Den 13. September 1681 kam er auf die Engelweihe heim und blieb hier bis zum 4. Oktober. Wiederum kam er den 8. Mai 1685 von Bellenz her, um zur Primiz seines Neffen Nivard Lusser in Wettingen (an dessen Profess er offenbar gewesen [s.o.]) zu gehen. Dann ging er am 16. Mai ins Bad nach Pfäfers und kehrte am 14. Juli nach Bellenz zurück. Den 25. April 1693 wurde er als Statthalter nach Einsiedeln zurückberufen. Am 27. Februar 1696 reiste er zu den Translationsfeierlichkeiten des hl. Coelestin in Würenlos. Am 14. August 1696 wurde er zum Statthalter in Sonnenberg ernannt, wohin er den 18. September verreiste. Nach der Wahl des bisherigen Propstes von Bellenz, P. Maurus von Roll, zum Abte, nahm ihn dieser am 13. Oktober mit nach Bellenz, um die dortigen Verhältnisse neu zu regeln. Man dachte daran, ihn wieder als Propst dahin zu senden; ebenso handelte es sich im Frühjahr 1699 wieder darum. Doch kehrte P. Desiderius auf seinen Posten in Sonnenberg zurück; den 29. November 1698 erhielt er überdies noch den Auftrag, von Sonnenberg aus auch Freudenfels ad interim zu versehen. P. Desiderius starb auf Sonnenberg den 18. Mai 1705 an einem Schlaganfall,
Er fand sein Grab bei den Benediktinern in Fischingen174.
P. Desiderius wurde zuerst Lehrer der Knaben, dann kam er als Adjunkt und Beichtiger ins Fahr, von wo er den 26. Oktober 1676 zurückkehrte, worauf er den 30. Oktober Unterpfarrer wurde. Schon am 18. März 1678 aber wurde er für P. Karl Pfarrer von Einsiedeln. Den 15. April 1678 ging er nach Wettingen zur Profess eines Neffen. Am 30. September 1679 predigte er in Schwyz. Den 13. Oktober 1680 reiste er nach Baden, um dort mit Hauptmann Dorer wegen dem neu zu erstellenden Nebenaltärchen im Beinhaus zu Einsiedeln zu verhandeln. Doch schon am folgenden 23. Oktober kam P. Desiderius von der Pfarrei weg und wurde Propst in Bellenz. Dietrich bemerkt dazu173: Allhier ist er sonderlich by den Waldleuten mit grossen Reuen entlassen worden und hat gar kostbarliche Praesenten mit sich hinweg getragen, die er selbsten weniger nit als per 60 fl. geschetzt. Dann man hat ihm immerdar zugetragen, und were bald er dergestalten überheufet worden, dass deswegen Ihme deswegen ein eigenes Pferdt sollte mitgegeben werden. Es hatt auch ein und der ander Ihne zu Pferdt ein gut Stück weit begleitet. Mit einem Wort, er hatt sich hier by seinen gewesten Pfarrkindern dermassen beliebt gemacht, dass man seiner einen grossen Reuwen gehabt.» Den 13. September 1681 kam er auf die Engelweihe heim und blieb hier bis zum 4. Oktober. Wiederum kam er den 8. Mai 1685 von Bellenz her, um zur Primiz seines Neffen Nivard Lusser in Wettingen (an dessen Profess er offenbar gewesen [s.o.]) zu gehen. Dann ging er am 16. Mai ins Bad nach Pfäfers und kehrte am 14. Juli nach Bellenz zurück. Den 25. April 1693 wurde er als Statthalter nach Einsiedeln zurückberufen. Am 27. Februar 1696 reiste er zu den Translationsfeierlichkeiten des hl. Coelestin in Würenlos. Am 14. August 1696 wurde er zum Statthalter in Sonnenberg ernannt, wohin er den 18. September verreiste. Nach der Wahl des bisherigen Propstes von Bellenz, P. Maurus von Roll, zum Abte, nahm ihn dieser am 13. Oktober mit nach Bellenz, um die dortigen Verhältnisse neu zu regeln. Man dachte daran, ihn wieder als Propst dahin zu senden; ebenso handelte es sich im Frühjahr 1699 wieder darum. Doch kehrte P. Desiderius auf seinen Posten in Sonnenberg zurück; den 29. November 1698 erhielt er überdies noch den Auftrag, von Sonnenberg aus auch Freudenfels ad interim zu versehen. P. Desiderius starb auf Sonnenberg den 18. Mai 1705 an einem Schlaganfall,
Er fand sein Grab bei den Benediktinern in Fischingen174.
Schriften
Schriften:
Ungedruckte:
1. Secretum philosophicum Angelica D. Thomae doctrina revelatum et a me Fr. D. Scholar monacho Eremitano ac Philosophiae Candidato studiose conscriptum. Anno MDCLXVIII. 12 °. 203, 220, 49, 83 S. u. Index. Mscr. 1134 (915).
2. Compendiosa notitia totius Status Residentiae Benedictinae Bellinzonensis usque ad annum 1693 inclusive compilata ex gratiosissima mandato Illmi ac Rmi S. R. I. Principis et Abbatis Einsidlensis Raphaelis per R. P. Desiderium Scolar eiusdem Monasterii Capitularem et p. t. praedictae Residentiae Praepositum indignum. Fol. 187 S. Dabei Kopie von Archivschreiber Wolfgang Dietele. Fol. 202 S. Stiftsarchiv Einsiedeln X. WA 37.
3. Lateinisches Gedicht in der Sammlung: Carmina Fratrum Einsidlensium. Mscr. 1025 (1183).
4. Symian schreibt: «Extant ejus carmina quaedam venam haud sterilem ostendentia.» NB. 1. Fol. 127. Derselbe A. GB 6, S. 322: «Erat vir doctus; philosophiam docuit in Monrio; neque infoecundae ingrataeque venae poeta fuit: extat epistola illius ad fratrem suum germanum (sacerdos saecularis is erat) carmine elegiaco perquam festive data, legi haud indigna, inter nostra Manuscripta D. I. scrinio XXI. 11. 3. reperiendi, in libello Mssruni variorum epigrammatum.» (NB 1. Fol. 120. XXI. n. 3.) Mscr. 1023.
Ungedruckte:
1. Secretum philosophicum Angelica D. Thomae doctrina revelatum et a me Fr. D. Scholar monacho Eremitano ac Philosophiae Candidato studiose conscriptum. Anno MDCLXVIII. 12 °. 203, 220, 49, 83 S. u. Index. Mscr. 1134 (915).
2. Compendiosa notitia totius Status Residentiae Benedictinae Bellinzonensis usque ad annum 1693 inclusive compilata ex gratiosissima mandato Illmi ac Rmi S. R. I. Principis et Abbatis Einsidlensis Raphaelis per R. P. Desiderium Scolar eiusdem Monasterii Capitularem et p. t. praedictae Residentiae Praepositum indignum. Fol. 187 S. Dabei Kopie von Archivschreiber Wolfgang Dietele. Fol. 202 S. Stiftsarchiv Einsiedeln X. WA 37.
3. Lateinisches Gedicht in der Sammlung: Carmina Fratrum Einsidlensium. Mscr. 1025 (1183).
4. Symian schreibt: «Extant ejus carmina quaedam venam haud sterilem ostendentia.» NB. 1. Fol. 127. Derselbe A. GB 6, S. 322: «Erat vir doctus; philosophiam docuit in Monrio; neque infoecundae ingrataeque venae poeta fuit: extat epistola illius ad fratrem suum germanum (sacerdos saecularis is erat) carmine elegiaco perquam festive data, legi haud indigna, inter nostra Manuscripta D. I. scrinio XXI. 11. 3. reperiendi, in libello Mssruni variorum epigrammatum.» (NB 1. Fol. 120. XXI. n. 3.) Mscr. 1023.