P. Johann Baptist (Friedrich Aegidius) Petrot von Plessis-St-Jean


Lebensdaten
Geboren 1626, Profess 1662, Gestorben 1688

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 59
Professbuchnr.
166

Professdatum
1662

Professbuchtext
P. Johann Baptist (Friedrich Aegidius) Petrot von Plessis-St. Jean (Dep. Yonne) in Frankreich. Geboren 1626 als Sohn des Jakob Petrot und der Maria Crecy. Petrot hatte die Rechtswissenschaften an der Universität Bourges studiert und war (1646 Baccalaureus und Lizentiat) Magister juris geworden. Den 28. Februar 1651 cooptierte ihn das Pariser Parlament als Advokaten. Er hatte in Verteidigung seines Bruders, der umkam, dessen Mörder getötet und musste deshalb aus Frankreich fliehen. Nach andern (A. RC 3) wäre die Tat mehr auf einen unglücklichen Zufall zurückzuführen. Zunächst hielt er sich in Italien auf, dann kam er nach Marienberg in Rorschach. Er wünschte in Einsiedeln einzutreten und kam mit einem Zeugnis des Generalvikars von Senon (vom 4. Mai 1661) und mit Zeugnissen aus St. Gallen versehen hierher. Von St. Gallen her wurde er als in Philosophie und Recht sehr erfahren, «moribus optimis, modestum, pium, devotum, quietis amantem» sehr empfohlen; dank seiner Sprachenkenntnisse könne er sehr gute Dienste leisten. Wolle man ihn nicht nehmen, so sei man gerne bereit, ihn selber aufzunehmen. Man liess ihn durch vier Theologen prüfen und gestattete ihm schliesslich die Zulassung zum Noviziat. Am 24. Juni 1662 legte er Profess ab. Priester 17. Februar 1663.
Möglicherweise kam P. Johannes schon bald nach seiner Priesterweihe als Professor für Theologie nach Gengenbach. Auch im Stifte war er in dieser Eigenschaft tätig. Daneben finden wir ihn mehrfach in St. Gerold. So wird er den 12. August 1670 dorthin geschickt. Den 30. September 1672 erhielt er den Auftrag, in Einsiedeln die Dorfkinder zu unterrichten, «weilen aus vilen Ursachen rathsamb befunden, dass keine Dorfknaben mehr solten Scholas bei unsers Monasterii Scholaribus frequentieren, und dennoch aber man in disen ein Werkh der Barmhertzigkeit thun köndt und wolte»161. 1673, den 7. Juli, musste P.Johannes wieder nach St. Gerold, von wo er den 13. März 1674 zurückkehrte. Er half in St. Gerold im Chore aus und übersetzte französische Werke. Den 7. November 1677 ging er neuerdings nach St. Gerold, von wo er den 11. Mai 1679 zurückkehrte, um den 5. Oktober 1682 erneut hinzugehen. Er kehrte am 15. Mai 1685 wieder heim und starb hier den 2. Juli 1688. «War sehr scrupulös und eines gar zarten gewüssens: weswegen auch die Armee allhero kommender Franzosen von ihm im Beichtstuhl und sonsten gar ernstlich gehalten worden. Sonsten ein sehr frommer gottseliger Religios und zu dem Sterben über die massen wohl gerüstet»162.