P. Karl (Nikolaus) Lussi von Stans


Lebensdaten
Geboren 1643, Profess 1662, Gestorben 1711

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 57
Professbuchnr.
164

Professdatum
1662

Professbuchtext
P. Karl (Nikolaus) Lussi von Stans. Geboren den 3. Februar 1643. Er war ein naher Verwandter des Stiftskanzlers Johann Karl Lussi (1658-64) und im zweiten Grad verwandt mit P. Meinrad Steinegger. Als Erbe erhielt er 1667 1500 fl. Profess 21. Januar 1662. Priester 5. März 1667.
P. Karl wurde den 11. März 1671 für P. Eustach Pfarrer von Einsiedeln. Den 8. Januar 1672 aber kam er nach St. Gerold und von dort 1673 als Pfarrer nach Freienbach, denn am 6. Februar 1673 klagte Schwyz auf einer Konferenz am Rotenthurm, dass P. Karl sich gegen die Tanzgesetze ausgesprochen, worin Schwyz allein zuständig sei. 1676 war er aber wieder Pfarrer in Einsiedeln, wo sich die Waldleute den 23. November wegen einer Predigt beim Abte beschwerten. Den 18. März 1677 wurde er Gehilfe des Subpriors und Novizenmeister. Im Mai dieses Jahres begleitete er Abt Augustin nach Bellenz und ging von hier kurz nach Mailand. Den 11. Juni dieses Jahres wurde er Brüderinstruktor für P.Michael; den 30. Oktober wurde er wieder dem Subprior beigegeben «sub titulo Senioris»; er behielt das Instruktorat über die Fratres und Brüder, blieb aber nicht mehr Novizenmeister. Doch diese Einrichtung dauerte nicht lange. Den 16. Juni 1678 musste er als Prokurator nach Bellenz. Aber auch hier wirkte er nicht lange. Am 14. Januar 1679 erschien er unversehens zu Pferd über den Gotthard. Zwischen Göschenen und Wassen hatte er aber einen Unfall, so dass er sich im Schlitten nach Seedorf bringen lassen musste. Der Abt war sehr ungehalten und liess ihn erst am dritten Tage in Gegenwart von Dekan und Subprior vor sich. P. Karl beklagte sich vor allem über den Propst. Doch am 22. Januar 1679 musste er wieder über den Gotthard zurück; P. Gregor, Propst in Fahr, ging mit, um die entzweiten Gemüter zu versöhnen. Doch konnte P. Karl am 8. Mai 1679 von Bellenz weg sich nach St. Gerold begeben, von wo er den 20. Dezember 1679 zurückberufen wurde. Um diese Zeit finden wir P. Karl viel als Prediger auswärts.
Den 23. Oktober 1680 wurde P. Karl wiederum Pfarrer von Einsiedeln, kam aber bereits am 24. März 1683 als Pfarrer nach Freienbach. Für die dortige Pfarrkirche erbat er sich vom Abte den 7. Juli 1684 den damals aus Rom gebrachten Leib der hl. Aurelia, den er am 19. Juli erhielt. Aber auch von Freienbach kam P. Karl schon bald wieder weg und zwar den 6. Dezember 1684 als Statthalter von Gachnang nach Sonnenberg. Den 3. November 1685 predigte er von Einsiedeln aus am St. Karlstag in Zug und ging den 20. November als Pfarrer nach Eschenz, wo sonst Weltgeistliche waren. Er blieb darum auch nur bis zum 11. Dezember 1686 dort. Dann hielt er sich wieder einige Zeit im Kloster auf, von wo er den 11. April 1687 als Prediger nach Sachseln ging; Ende Juni 1687 predigte er in Wollerau, den 5. Juli in Neuheim und am 28. September hielt er die letzte Engelweihpredigt. Den 22. November musste er als Pfarrer nach Münsterlingen; von dort wäre er bereits am 19. August 1688 gerne weggekommen, konnte aber erst den 14. Dezember fort. Den 30. Januar 1689 kam er als erster Pfarrer nach der eben damals neu errichteten Pfarrei Blons im Walsertale. Die dortigen Bewohner hatten 1684 ein Kirchlein gebaut und auf ihre Bitte erhob Bischof Ulrich Federspil von Chur es zur Pfarrkirche, das er zugleich dem Stifte inkorporierte. Freilich, P. Karl blieb auch hier nicht lange. Schon am 26. September 1689 wurde er wieder Pfarrer in Freienbach, um bereits am 7. Juli den Posten eines Propstes von St. Gerold anzutreten. Von dort kam er am 8. Januar 1691 als Beichtiger nach Münsterlingen, wo es unter ihm zu der berüchtigten «rebellio monialium» kam, die Abt Augustin so viel Verdruss verursachte (s.d.). Er erhielt den 13. Mai 1692 den Befehl, sich bis zur Erledigung des Handels nach Sonnenberg zu begeben; den 29. Juni musste er nach Unterwalden, um die dortige Standesstimme in dieser Angelegenheit zu gewinnen. Schon am 15. Juli 1692 wurde er indessen zum dritten Mal als Pfarrer nach Freienbach gesandt. Er erhielt vom Abte die Erlaubnis, im Pfarrhof zu Freienbach und nicht mehr im Schlosse Pfäffikon zu wohnen; man brachte darum aus dem Schlosse die nötigen Möbel nach Freienbach. Den 25. August 1695 klagten die Schwyzer gegen ihn, dass er an Maria Himmelfahrt die grosse Glocke läuten liess, die man als Sturmglocke wegen der damals drohenden Kriegsgefahr nicht läuten durfte. Anfangs Juni 1697 kam er von Freienbach weg und wurde Subprior in Einsiedeln. Doch am 10. Oktober 1698 wurde er ein viertes Mal als Pfarrer nach Freienbach bestimmt, wohin er am 5. Dezember ging. Hier sollte er auch seine letzte und bleibende Ruhestätte finden; er starb daselbst den 17. September 1711159.