P. Eustachius (Johann) Reutti von Rickenbach


Lebensdaten
Geboren 1639, Profess 1659, Gestorben 1714

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 54
Professbuchnr.
161

Professdatum
1659

Professbuchtext
P. Eustachius (Johann) Reutti von Rickenbach (Kt. Thurgau). Geboren den 1. September 1639. Er war ein Bruder von P. Othmar. Da man Mangel an französischen Beichtvätern hatte, gab man ihm den 25. Oktober 1658 Hoffnung auf Zulassung zum Noviziate, das er am 21. November antrat. Profess 21. November 1659. Priester 22. September 1663.
P. Eustach war seit 1668 Pfarrer von Einsiedeln und wurde am 1. März 1671 Magister puerorum. Aber bereits 1672 ist er wieder an der Pfarrei und wurde zur Entlastung am 27. Oktober seines Amtes als Präses der Rosenkranzbruderschaft enthoben. Schon in dieser Zeit finden wir ihn als bekannten Prediger auswärts, so den 11. Juni 1671 am St. Antoniusfest in Luzern, den 16. November 1673 am Othmarstag in St. Gallen. Den 25. Juni 1673 hielt er den Schwyzern, die damals wegen langanhaltenden Regenwetters eine besondere Wallfahrt machten eine «sehr ernstliche Predig, in welcher absonderlich denen von Schwytz von Ihme dergestalten zugesprochen wurde, als noch keiner vor Ihme gethan hat. Jedoch alles in solcher Formb, dass er niemandt austruckenlich getadlet, doch aber Oberkeitlichen Personen wegen obliegendten Amptspflichtung, den Landtleuthen aber wegen Ihres Eydts sehr scharpf zugeredet». Die Predigt war offenbar etwas zu scharf, denn sie erregte grossen Unwillen, es entspann sich zunächst ein lebhafter Briefwechsel, dann klagte Schwyz in Baden und beim Bischof von Konstanz, doch ohne Erfolg. Im August sollte der Abt von Engelberg vermitteln, schlug es aber aus. Am 10. August kamen sodann Landammann Ab Yberg und Statthalter Betschart nach Einsiedeln und so wurde schliesslich die Sache beigelegt150. Jedenfalls wurde P. Eustach dieser Predigt wegen von der Pfarrei entlassen und am 29. Januar 1674 zum Novizenmeister bestellt. Den 18. März 1677 wurde er zum Confessarius Ordinarius et quotidianus, besonders für Konvertiten ernannt. Noch einmal versah er das Amt eines Novizenmeisters vom 30. Oktober 1677 bis zum 18. November 1678 (für P. Adelrich), seit dem 19. November 1677 war er Brüderinstruktor. Um diese Zeit finden wir ihn wieder häufig auswärts als Prediger, so 1677, den 4. Oktober, in Rapperswil, den 9. Oktober in Neuheim, 1679, den 4. Mai, in Beromünster, den 14. Juni in Fischingen, den 1. August in Rapperswil, den 11. November in Galgenen. Am 24. Mai nahm ihn Abt Augustin mit nach Bellenz, wo er zunächst als Gast verblieb, dann aber zum Propst bestimmt wurde. Doch schon am 21. September des Jahres kam er gesundheitshalber wieder nach Hause. Er wurde nun Inspector aedificiorum; als solcher wurde er Ende 1681 entlassen und dafür zum Kustos ernannt. Daneben treffen wir ihn wieder öfters als Prediger auswärts; so predigte er den 26. April 1681 in Rapperswil bei der Primiz des Josef Buch, ebenso an Portiunkula, 1681 und 1682; den 2. Oktober 1681 predigte er in Wil, den 31. August 1682 in Frauenfeld. 1682, den 10. Juni, begleitete er den Abt nach Menzingen zur Weihe von zwei Glocken; bei der Abreise stürzte er vom Pferde, ohne Schaden zu nehmen. Während zehn Jahren war er sodann Dekan in Pfäfers (5. Oktober 1682 bis 7. September 1692). Den 7. November 1692 wurde er Präses der Rosenkranzbruderschaft und den 1. September 1693 ein drittes Mal Pfarrer von Einsiedeln, bis zum 19. August 1695, trotzdem die Einsiedler baten, ihn weiter behalten zu dürfen. Den 21. Januar 1695 ging er nach Wettingen zur Benediktion seines Vetters, Abt Basilius. Wegen seiner angegriffenen Gesundheit musste er den 15. Oktober 1696 nach St. Gerold, wo er den 17. Januar 1714 im Alter von 75 Jahren starb151.