P. Benno (Meinrad Benno) Zimmermann von Einsiedeln
Lebensdaten
Geboren 1638, Profess 1654, Gestorben 1712
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 40
Professbuchnr.
147
Professdatum
1654
Professbuchtext
P. Benno (Meinrad Benno) Zimmermann von Einsiedeln. Geboren den 26. Januar 1638 als Sohn des Balthasar Zimmermann und seiner zweiten Gemahlin, Maria Kalchofer. Die Fortsetzung des Noviziates wurde ihm nur unter der Bedingung erlaubt, wenn die graveolentia oris schwinde; auch war er sehr klein und schwach. Der Arzt versicherte, dass dieses Übel nicht von einer Krankheit, sondern ex indigestione herrühre. Profess 5. April 1654. Priester 12. März 1661.
Seit 1664 wirkte P. Benno als Theologieprofessor in Kempten, von wo er den 6. November 1670 zurückkehrte, um am folgenden 14. Dezember für den erkrankten P. Thomas Barquer nach Gengenbach zu gehen. Dort blieb er bis Ende 1671, denn am 13. November 1671 wurde er zum Statthalter in Ittendorf ernannt, wohin er am 16. verreiste. Über 21 Jahre blieb er dort und zwar unter sehr schwierigen Verhältnissen, denn die Gebiete wurden mehrfach durch Krieg heimgesucht. So kam er den 1. Februar 1678 heim, um ein Anleihen von 1000 Dukaten für die Untertanen zu erbitten, die sie als Kriegssteuer zu erlegen hatten. Man suchte das Geld in Zürich zu erhalten, doch waren die Bedingungen zu ungünstig; schliesslich streckte es Hauptmann Salis in Chur vor. Den 20. Oktober 1684 wurde er neuerdings als Statthalter bestätigt. Den 14. Mai 1689 kam er im Auftrage des Fürsten von Fürstenberg, um für diesen ein Anleihen von 7000 fl. zu suchen. Für die Untertanen musste er den 5. Januar 1692 neuerdings Geld aufnehmen; er konnte ihnen den 21. Januar 5000 fl. überbringen, die Hauptmann Brändli in Uznach gegen Bürgschaft des Klosters geliehen hatte. Als es sich 1693 um den Verkauf der Herrschaft handelte, kam er zunächst, den 25. Januar, nach Einsiedeln und ging dann mit P. Dekan, P. Josef und P. Benedikt nach Weingarten, das die Herrschaft in der Folge erwarb. Nachdem alles erledigt war, kehrte er den 3. Juli 1693 heim. Schon am 7. Juli wurde er zum Propst in Fahr ernannt; doch war er im folgenden Jahre wieder daheim und ging, am 1. November zum Propst von St. Gerold ernannt, am 12. November dorthin. Den 19. August 1695 wurde er aber bereits wieder abberufen und kam am 5. September heim. Den 27. September 1695 musste er nach Luzern, um den neuen Nuntius zu begrüssen. Da es wegen dem Verkauf von Ittendorf Schwierigkeiten absetzte, weil die Stadt Überlingen ein Rückkaufsrecht geltend machte, musste P. Benno mehrfach in dieser Angelegenheit nach Überlingen, so am 11. August 1696, wiederum vom 8. bis 18. September, den 18. Oktober 1697, im März und am 28. Oktober 1698; in der gleichen Angelegenheit musste er den 5. September 1700 nach Meersburg und Weingarten. Im Juni und Juli 1697 suchte er die Bäder in Baden auf. Wegen Erlangung der Regalien durch den Abt von Kempten sandte ihn Abt Maurus den 27. August 1699 nach Kempten. Bis zum 18. Juni 1701 bekleidete er daheim das Amt eines Archivars, dann wurde er zum Propst in Fahr bestellt, wohin er sich den 5. Juli verfügte. Von Fahr aus musste er den 21. Januar 1702 dem Nuntius in Luzern im Namen der Schweizerischen Benediktinerkongregation ein silbernes Tischgeschirr, das Läublin in Schaffhausen für 150 Thaler angefertigt, überbringen130. Unter der Amtsführung von P. Benno begann man in Fahr unter der Leitung des Johann Mosbrugger den neuen Konventbau, dessen Grundstein P. Benno den 31. Mai 1702 einsegnete. Von Fahr kam P. Benno 1708 als Statthalter nach Freudenfels, wo er den 15. Dezember 1712 im Alter von 74 Jahren starb. Er fand seine letzte Ruhestätte in der Kirche zu Eschenz131.
Seit 1664 wirkte P. Benno als Theologieprofessor in Kempten, von wo er den 6. November 1670 zurückkehrte, um am folgenden 14. Dezember für den erkrankten P. Thomas Barquer nach Gengenbach zu gehen. Dort blieb er bis Ende 1671, denn am 13. November 1671 wurde er zum Statthalter in Ittendorf ernannt, wohin er am 16. verreiste. Über 21 Jahre blieb er dort und zwar unter sehr schwierigen Verhältnissen, denn die Gebiete wurden mehrfach durch Krieg heimgesucht. So kam er den 1. Februar 1678 heim, um ein Anleihen von 1000 Dukaten für die Untertanen zu erbitten, die sie als Kriegssteuer zu erlegen hatten. Man suchte das Geld in Zürich zu erhalten, doch waren die Bedingungen zu ungünstig; schliesslich streckte es Hauptmann Salis in Chur vor. Den 20. Oktober 1684 wurde er neuerdings als Statthalter bestätigt. Den 14. Mai 1689 kam er im Auftrage des Fürsten von Fürstenberg, um für diesen ein Anleihen von 7000 fl. zu suchen. Für die Untertanen musste er den 5. Januar 1692 neuerdings Geld aufnehmen; er konnte ihnen den 21. Januar 5000 fl. überbringen, die Hauptmann Brändli in Uznach gegen Bürgschaft des Klosters geliehen hatte. Als es sich 1693 um den Verkauf der Herrschaft handelte, kam er zunächst, den 25. Januar, nach Einsiedeln und ging dann mit P. Dekan, P. Josef und P. Benedikt nach Weingarten, das die Herrschaft in der Folge erwarb. Nachdem alles erledigt war, kehrte er den 3. Juli 1693 heim. Schon am 7. Juli wurde er zum Propst in Fahr ernannt; doch war er im folgenden Jahre wieder daheim und ging, am 1. November zum Propst von St. Gerold ernannt, am 12. November dorthin. Den 19. August 1695 wurde er aber bereits wieder abberufen und kam am 5. September heim. Den 27. September 1695 musste er nach Luzern, um den neuen Nuntius zu begrüssen. Da es wegen dem Verkauf von Ittendorf Schwierigkeiten absetzte, weil die Stadt Überlingen ein Rückkaufsrecht geltend machte, musste P. Benno mehrfach in dieser Angelegenheit nach Überlingen, so am 11. August 1696, wiederum vom 8. bis 18. September, den 18. Oktober 1697, im März und am 28. Oktober 1698; in der gleichen Angelegenheit musste er den 5. September 1700 nach Meersburg und Weingarten. Im Juni und Juli 1697 suchte er die Bäder in Baden auf. Wegen Erlangung der Regalien durch den Abt von Kempten sandte ihn Abt Maurus den 27. August 1699 nach Kempten. Bis zum 18. Juni 1701 bekleidete er daheim das Amt eines Archivars, dann wurde er zum Propst in Fahr bestellt, wohin er sich den 5. Juli verfügte. Von Fahr aus musste er den 21. Januar 1702 dem Nuntius in Luzern im Namen der Schweizerischen Benediktinerkongregation ein silbernes Tischgeschirr, das Läublin in Schaffhausen für 150 Thaler angefertigt, überbringen130. Unter der Amtsführung von P. Benno begann man in Fahr unter der Leitung des Johann Mosbrugger den neuen Konventbau, dessen Grundstein P. Benno den 31. Mai 1702 einsegnete. Von Fahr kam P. Benno 1708 als Statthalter nach Freudenfels, wo er den 15. Dezember 1712 im Alter von 74 Jahren starb. Er fand seine letzte Ruhestätte in der Kirche zu Eschenz131.
Schriften
Schriften: Ungedruckte:
Dictata mathematica P. Severini Schön. 1657 (s.d.). 16». 161, 93, 131 S. Mscr. 995 (1244).
2. Resolutiones Theorico-practicae, quibus Universum Jus canonicum per solida et curiosa rariorum in omnes Titulos quaesitorum Erothemata singulari ad docendum energia, faciliori ad capiendum methodo illustrando enucleatus, enucleando illustratus. Liber secundus, concionnatus et dictatus ab Adm. Reverendo Rel. Clarissimo Dno D. P. Henrico Hilden S. Ord. Praed. SS. Theologiae Licentiato ac Praesentato et pro tunc in Illustrissimo Monasterio B. V. Mariae Einsidlensis Professore exceptus vero per Fr. B. Z. 1663. 8 °. 451 S. Mscr. 941 (973).
Dictata mathematica P. Severini Schön. 1657 (s.d.). 16». 161, 93, 131 S. Mscr. 995 (1244).
2. Resolutiones Theorico-practicae, quibus Universum Jus canonicum per solida et curiosa rariorum in omnes Titulos quaesitorum Erothemata singulari ad docendum energia, faciliori ad capiendum methodo illustrando enucleatus, enucleando illustratus. Liber secundus, concionnatus et dictatus ab Adm. Reverendo Rel. Clarissimo Dno D. P. Henrico Hilden S. Ord. Praed. SS. Theologiae Licentiato ac Praesentato et pro tunc in Illustrissimo Monasterio B. V. Mariae Einsidlensis Professore exceptus vero per Fr. B. Z. 1663. 8 °. 451 S. Mscr. 941 (973).
Quellen Professbuch
- Naumann, Markus. DIe adeligen Fürstabteien Kempten und Fulda zwischen Reform und Beharrung im 17. Jahrhundet. Dargestellt unter besonderer Berücksichtigung der Kontakte zu Schweizer Reformklöstern und personellen Verflechtungen. Zulassungsarbeit für die erste Staatsprüfung für das Lehramt an Gymnasien. Würzburg: beim Verfasser, 1996.