P. Dionysius (Jodocus) Hartmann von Luzern
Lebensdaten
Geboren 1636, Profess 1652, Gestorben 1689
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 37
Professbuchnr.
144
Professdatum
1652
Professbuchtext
P. Dionysius (Jodocus) Hartmann von Luzern. Geboren den 13. Dezember 1636 als Sohn des Stadtschreibers Ludwig Hartmann. Er kam 1651 nach Einsiedeln und wurde, obwohl er schwache Augen und einen Zungenfehler besass, ins Noviziat aufgenommen. Profess 25. Dezember 1652. Priester 20. Dezember 1659. Bei seiner Primiz, den 6. Januar 1660, predigte sein Bruder Melchior Hartmann, Dekan in Willisau, während ein anderer Bruder, Ludwig, der Kanonikus in Beromünster war, assistierte.
P. Dionys wurde den 11. März 1671 zum Archivar bestellt; zugleich versah er vom 28. Juni 1673 bis 20. Juli 1674 die Stelle eines Kapitelssekretärs. Gleichzeitig mit der Ernennung zum Archivar wurde er auch zum Visitator des Klosters in der Au bestimmt. Den 20. März 1673 suchte er seinen totkranken Vater auf, der am 23. Juni starb, ein «sonderer Gutgönner unseres «Gotteshauses»; dem Kloster fielen als Erbe 100 Louisdor zu. Den 20. April 1673 wohnte er den Translationsfeierlichkeiten der hl. Flora in Arth bei, wo er auch den 2. August 1679 predigte. Den 29. Juni 1680 predigte er in Ägeri. Auch sonst predigte er öfters auswärts, so den 23. Juni in Menzingen, den 4. Oktober 1682 und wiederum den 22. April 1684 in Rapperswil. Auf Wunsch des Abtes von St. Gallen musste er den 14. Oktober 1680 dorthin reisen. Den 22. April 1684 beauftragte ihn der Abt, nach St. Gerold zu gehen, um das dortige Archiv zu ordnen; er blieb bis zum 10. Mai daselbst. Mit P. Justus brachte er den 23. Juli 1684 den Leib der hl. Aurelia nach Pfäffikon, von wo er dann feierlich nach Freienbach übertragen wurde. Den 7. Oktober 1685 predigte er bei der Primiz eines Neffen, Johann Jakob Reuttimann. Als Notarius Apostolicus musste er den 12. Juli 1686 zur Abtwahl und wiederum den 6. August zum kanonischen Examen über den Neuerwählten nach Engelberg. Lange Zeit half P. Dionys auch als Korrektor in der Stiftsdruckerei mit. Er starb den 25. Mai 1689, nach dem er länger «gantz übel darniedergelegen». P. Josef Dietrich schreibt zu seinem Tode125: «Dieser Pater war ein gantz frommer gottseeliger Mann, sehr fleissig und arbeitsamb, auch in Directione Archivij eines sondern Fleisses. Neben welcher nit geringer Arbeit er Unseren Gn. Fürsten und Herren in Expedierung seiner Büecher dergestalten beholfen gewesen, dass Sie diesen mehrmahlen seinen linken Arm geheissen, und heiter ausgesagt, ohne seine Hilf fort zu kommen Ihnen kein Möglichkeit were. Neben welchen schönen Arbeiten er auch Confessarius extraordinarius Monialium gewesen, die mithin nit wenige Zeit ihme abgenommen, will nit sagen, anderer Werken, die er alle mit sonderem Ruehm verrichtet, und zwar gantz unverdrossen, und mit Lust, also dass er in allen disen Beschwärden, mehren Theils gantz freuwdig und lustig worden, und grosser Ergetzlichkeit gemacht. Er hat noch by letzten diesen Zeiten ein extrinsecum accidens leiden müssen, welches ihme wohl etwas an seinem Leben abgekürzt; darvon ich aber ehender schweigen will. Gott verzieh denjenigen, welche dessen Ursach über den unschuldigen Patrem gewesen.» Symian bemerkt noch weiter126: «Vir sedulus, Archivistam, Secretarium Capituli atque amanuensem Illmi Pr. nostri (quod scriptor esset bonus expeditusque et characteres ad saeculi illius morem exarandi, eleganter exararet), annos viginti et amplius indefesse egit: opera Illustrissimi Redingii in lucem data, magnam partem ex autographo descripta legibilique magis charactere ad editionem et typos ipse expedivit praetereaque Correctorem typographiae egit. Obiit paralysi fractus catairho suffocativo extinctus annos natus 52 1/2.» Das Stiftbuch in der Au sagt von ihm: «er ist uns in zeitlichen und geistlichen Dingen beförderlich gewesen»127.
P. Dionys wurde den 11. März 1671 zum Archivar bestellt; zugleich versah er vom 28. Juni 1673 bis 20. Juli 1674 die Stelle eines Kapitelssekretärs. Gleichzeitig mit der Ernennung zum Archivar wurde er auch zum Visitator des Klosters in der Au bestimmt. Den 20. März 1673 suchte er seinen totkranken Vater auf, der am 23. Juni starb, ein «sonderer Gutgönner unseres «Gotteshauses»; dem Kloster fielen als Erbe 100 Louisdor zu. Den 20. April 1673 wohnte er den Translationsfeierlichkeiten der hl. Flora in Arth bei, wo er auch den 2. August 1679 predigte. Den 29. Juni 1680 predigte er in Ägeri. Auch sonst predigte er öfters auswärts, so den 23. Juni in Menzingen, den 4. Oktober 1682 und wiederum den 22. April 1684 in Rapperswil. Auf Wunsch des Abtes von St. Gallen musste er den 14. Oktober 1680 dorthin reisen. Den 22. April 1684 beauftragte ihn der Abt, nach St. Gerold zu gehen, um das dortige Archiv zu ordnen; er blieb bis zum 10. Mai daselbst. Mit P. Justus brachte er den 23. Juli 1684 den Leib der hl. Aurelia nach Pfäffikon, von wo er dann feierlich nach Freienbach übertragen wurde. Den 7. Oktober 1685 predigte er bei der Primiz eines Neffen, Johann Jakob Reuttimann. Als Notarius Apostolicus musste er den 12. Juli 1686 zur Abtwahl und wiederum den 6. August zum kanonischen Examen über den Neuerwählten nach Engelberg. Lange Zeit half P. Dionys auch als Korrektor in der Stiftsdruckerei mit. Er starb den 25. Mai 1689, nach dem er länger «gantz übel darniedergelegen». P. Josef Dietrich schreibt zu seinem Tode125: «Dieser Pater war ein gantz frommer gottseeliger Mann, sehr fleissig und arbeitsamb, auch in Directione Archivij eines sondern Fleisses. Neben welcher nit geringer Arbeit er Unseren Gn. Fürsten und Herren in Expedierung seiner Büecher dergestalten beholfen gewesen, dass Sie diesen mehrmahlen seinen linken Arm geheissen, und heiter ausgesagt, ohne seine Hilf fort zu kommen Ihnen kein Möglichkeit were. Neben welchen schönen Arbeiten er auch Confessarius extraordinarius Monialium gewesen, die mithin nit wenige Zeit ihme abgenommen, will nit sagen, anderer Werken, die er alle mit sonderem Ruehm verrichtet, und zwar gantz unverdrossen, und mit Lust, also dass er in allen disen Beschwärden, mehren Theils gantz freuwdig und lustig worden, und grosser Ergetzlichkeit gemacht. Er hat noch by letzten diesen Zeiten ein extrinsecum accidens leiden müssen, welches ihme wohl etwas an seinem Leben abgekürzt; darvon ich aber ehender schweigen will. Gott verzieh denjenigen, welche dessen Ursach über den unschuldigen Patrem gewesen.» Symian bemerkt noch weiter126: «Vir sedulus, Archivistam, Secretarium Capituli atque amanuensem Illmi Pr. nostri (quod scriptor esset bonus expeditusque et characteres ad saeculi illius morem exarandi, eleganter exararet), annos viginti et amplius indefesse egit: opera Illustrissimi Redingii in lucem data, magnam partem ex autographo descripta legibilique magis charactere ad editionem et typos ipse expedivit praetereaque Correctorem typographiae egit. Obiit paralysi fractus catairho suffocativo extinctus annos natus 52 1/2.» Das Stiftbuch in der Au sagt von ihm: «er ist uns in zeitlichen und geistlichen Dingen beförderlich gewesen»127.
Schriften
Schriften:
a) Gedruckte:
Joannis Castaniza Geistlicher Streit oder Handbüchlein Von der Vollkommenheit dess christlichen Lebens, Anjetzo Nach dem Lateinischen Exemplar verbessert und vermehrt von dem Wol-Ehrw. Herren P. Dionysio Hartmann dess fürstlichen Gottshauss Einsidlen Capitulari und Archivista. Getruckt zu Einsidlen, Durch Joseph Reymann. Anno 1671. 12 °. 290 Seiten und Register. 2. Auflage a. 1700.
b) Ungedruckte:
1. Acta Capitularia 1673-74. A. CC 5.
2. Carmina plura. Mscr. 1023 (945).
3. Dictata mathematiea P. Severini Schön. 1657 (s.d.). 16 °. 46, 25, 43 S. Mscr. 1215 (998).
4. Dictata logica P. Augustini Reding. 1654 (s.d.). 8°. 198 S. Mscr. 993 (921).
5. Dictata P. Bernardi Waibel (s.d.).
Sehr viele Arbeiten im Archiv, wo er auch mehrere Copialbände der Einsiedler Urkunden zum Drucke rüstete.
a) Gedruckte:
Joannis Castaniza Geistlicher Streit oder Handbüchlein Von der Vollkommenheit dess christlichen Lebens, Anjetzo Nach dem Lateinischen Exemplar verbessert und vermehrt von dem Wol-Ehrw. Herren P. Dionysio Hartmann dess fürstlichen Gottshauss Einsidlen Capitulari und Archivista. Getruckt zu Einsidlen, Durch Joseph Reymann. Anno 1671. 12 °. 290 Seiten und Register. 2. Auflage a. 1700.
b) Ungedruckte:
1. Acta Capitularia 1673-74. A. CC 5.
2. Carmina plura. Mscr. 1023 (945).
3. Dictata mathematiea P. Severini Schön. 1657 (s.d.). 16 °. 46, 25, 43 S. Mscr. 1215 (998).
4. Dictata logica P. Augustini Reding. 1654 (s.d.). 8°. 198 S. Mscr. 993 (921).
5. Dictata P. Bernardi Waibel (s.d.).
Sehr viele Arbeiten im Archiv, wo er auch mehrere Copialbände der Einsiedler Urkunden zum Drucke rüstete.