P. Aegidius (Johann Melchior) Effinger von Einsiedeln


Lebensdaten
Geboren 1627, Profess 1647, Gestorben 1709

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 31
Professbuchnr.
138

Professdatum
1647

Professbuchtext
P. Aegidius (Johann Melchior) Effinger von Einsiedeln. Geboren den 10. August 1627 als Sohn des Heinrich Effinger und der Anna Lillin. Er hatte sich schon am 20. November 1643 für das Noviziat gemeldet; doch wurde seiner schwachen Augen wegen die Zulassung hinausgeschoben. Er sollte unterdessen Philosophie und Theologie studieren können. Endlich, den 26. Mai 1646, liess man ihn zum Noviziat zu und am 9. Juni 1647 konnte er seine Profess ablegen. Priester 23. September 1651.
P. Aegidius folgte zunächst 1655, den 20. August, auf P. Ulrich als Katechet. Am folgenden 27. November wurde er für P. Christophorus Vizekustos. Den 8. März 1659 wurde er Magister puerorum und den 30. Dezember 1664 für P. Christophorus Novizenmeister. Den 11. April 1672 wurde er - um diese Zeit vielfach im Konstanzer Geschäft verwendet - Instruktor der Laienbrüder. Schon am folgenden 11. Juli sollte er zur Aushilfe nach Kempten gehen, bat aber dringend, von ihm abzusehen. Den 28. Juni 1773 ernannte ihn Abt Augustin zum Visitator der Klosterfrauen; als solcher visitierte er den 23. Oktober in der Au, den 24. November dieses Jahres in Seedorf. Bei der Einweihung der Jesuitenkirche in Luzern (1673) durch den päpstlichen Nuntius war er Caeremoniar. Am 5. Januar 1674 wurde er zum Statthalter in Ittendorf ernannt, wohin er den 26. Januar verreiste. Schon am 9. Oktober 1675 wurde er als Lehrer nach Bellenz bestimmt, wo er bis zum 13. Februar 1677 wirkte. Den 15. Oktober dieses Jahres wurde er als Beichtiger nach Münsterlingen verordnet, wo er die Klausur einführen sollte, was ihm aber nicht gelang. Er kam schon vor Ende des Monats zurück und wurde den 30. Oktober 1677 zugleich mit Pater Meinrad Professor der Theologie. Ein Jahr später, den 2. Dezember, wurde er zweiter Archivar und Aufseher über die Kanzlei. Auch sollte er dem Küchenmeister als Gastpater zur Seite stehen und deshalb in der alten Statthalterei wohnen. Den 17. Mai 1679 wurde er - wie es scheint, mehr vorübergehend - Statthalter in Pfäffikon, denn schon am 29. Oktober dieses Jahres wurde er zugleich mit P. Paul von Pfäffikon heimberufen. Als er am 25. September 1680 den von St. Gallen zu einem Besuch hergekommenen P. Maurus Heidelberger nach St. Gallen begleiten wollte, sandte ihm Abt Augustin nach Pfäffikon den Befehl nach, von St. Gallen gleich weiter nach St. Gerold zu gehen und dort für den heimberufenen P. Ulrich zu bleiben. Wie P. Aegidius das Brieflein erhielt, «ist er sehr ertatteret, hat angefangen zu weynen und sein gewohntes Wohrt: «O Christian, o Mundi!» weiss nit wie offt zu repetieren. Gleich darauf zu Pferdt gesessen, wider allhero kommen, sein Losament besucht und seine Sachen in etwelche Richtigkeit gestellt, und die gantze Nacht aber in Kummer und Betrüebnis ohne einige Ruhe zugebracht. Morgen gegen 7 Uhr ist er, begleitet von unserem Herrn P. Carolo, widerumb auf Pfeffikon abgeritten und im Namen des Herrn gleichwohl ganz betrüebten nach St. Gallen abgereist, von dannen er seine Reis weiteres auf St. Gerold setzen solle»114. Den 26. Juni 1681 brachte er den kranken Propst, P. Basil, nach Pfäffikon; er selber suchte vom 30. Juni bis 30. Juli das Bad Pfäfers auf und kam hierauf wieder nach Einsiedeln. Am 24. August aber wurde er als Vizestatthalter nach Pfäffikon geschickt. Am 5. Dezember bestimmte ihn der Abt zum Pater spiritualis der in Pfäffikon weilenden Patres, die dort - ähnlich wie in St. Gerold - ein gemeinsames Leben führen mussten. Doch kam er schon im folgenden Jahre wieder heim und wurde den 9. Oktober Kustos. Den 23. Oktober 1684 ernannte ihn der Abt neuerdings zum Beichtiger in Münsterlingen, doch musste er erst am 6. Dezember hingehen. Den 12. Mai 1687 wurde er auf seine Bitten hin heimberufen. Am 7. Mai 1688 predigte er bei der Primiz des P. Seraphim Kälin in St. Gallen; kurz darauf, den 17. Mai, wurde er für P. Fridolin Subprior ad interim. Am 12. Juni erlitt er einen solchen Ohnmachtsanfall, dass man ihn versehen musste. Doch erholte er sich wieder; aber am 16. September musste man wieder Dr. Rotenflue von Rapperswil kommen lassen, ihn zu untersuchen. 1689 ging er den 12. Oktober zur Profess seines Neffen, Fr. Anselm Effinger, nach St. Gallen. Den 4. Mai 1690 schickte ihn der Abt zugleich mit Pater Subprior nach St. Gerold zur Visitation und befahl ihm dann propter disciplinam monasticam dort zu verbleiben. Doch wurde er schon den 7. Juli des gleichen Jahres wieder nach Pfäffikon berufen. Von Pfäffikon kam er den 8. Dezember 1690 als Prediger nach Einsiedeln, ging aber wieder hin. Auch am Karfreitag den 13. April 1691 predigte er wieder in Einsiedeln und zwar drei Stunden lang, ohne fertig zu werden, denn sein Stoff hätte noch für zwei weitere Stunden gereicht. Im Mai 1691 kam er wieder von Pfäffikon, um zwischen seinem Bruder Benedikt und dessen Sohn Oswald Frieden zu stiften; ebenso am 14. Mai, um im Beichtstuhle auszuhelfen. Den 12. Oktober 1691 ging er zur Primiz seines Neffen, P. Augustin, nach Muri. Den 15. März 1692 musste er den Tod des Abtes Augustin in St. Gallen anzeigen und den dortigen Abt zur Wahl nach Einsiedeln einladen. Am 27. März ging er nach Pfäffikon zurück, wurde aber schon am 19. Juli als Novizenmeister und Fraterinstruktor heimberufen. Den 22. Oktober 1692 ging er nach St. Gallen, um dort zu predigen. Den 4. Oktober 1694 wurde er Brüderinstruktor. Abt Maurus nahm ihn kurz darauf, den 21. November, zur Abtwahl nach Engelberg mit. 1695, den 7. Januar, wurde er Konventbeichtvater und am 3. September Vizedekan; als solcher hatte er den Dekan im Chor zu vertreten. Am 29. Septemher 1695 ging er zur Primiz seines Neffen, P. Anselm, in St. Gallen. Den
15. März 1696 begleitete er Abt Raphael zur Abtswahl nach Disentis. Den 14. August dieses Jahres wurde er Kustos. Er war Senior des Klosters und betete als solcher, wie Dietrich in seinem Diarium zum 18. Februar 1701115 hat, bei der freiwilligen Disziplin im Refektorium vor, «man hat vermeint, er hette dis Ambt einem andern überlassen sollen, wollte aber keines Wegs, sondern als ein alter Eleazarum dem gemeinen Häuflein und sonderlich uns Jungen darmit ein Exempel geben». Als Senior wurde er am 4. Februar 1707 zum Konventbeichtvater bestimmt. Den 1. Januar 1709 kam dieses reichbewegte Leben zum Abschluss. P. Aegidius war 82 Jahre alt geworden.116
Schriften
Schriften:
a) Gedruckte:
Controversiae Philosophicae de Principiis Entis naturalis et de Toto Composito, quas Praeside P. Aegidio Effinger illmi et Exempti Monrii Bmae V. Einsidlensis 0. S. ß. Monacho et Philosophiae Professore Ordinario publico certamini exposuerunt R. R. FF. Columbanus Summerer et Meinradus Steinegger, ibidem Professi et Philosophiae Studiosi, a. 1664, mense Octobri 25 Die. Cum facultate Superiorum. Typis ejusdeni Monasterii Einsidlensis. Per Jacobum Ammon. 12 °. 130 Seiten.
b) Ungedruckte:
1. Compendium Theologiae ex scriptis Illmi Augustini Reding Abbatis. Symian NB 1. S. 120. XIX. 5.u. 6.
2. Dictata et scripta theologica P. Adelrici Schwarz (s.d.) 1651. 12 °. 599 S. Mscr.868 (1168).