P. Basilius Stricker von Altdorf
Lebensdaten
Geboren 1623, Profess 1641, Gestorben 1684
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 25
Professbuchnr.
132
Professdatum
1641
Professbuchtext
P. Basilius Stricker von Altdorf. Geboren den 15. August 1623. Profess 26. Dezember 1641. Priester 20. Oktober 1647.
P. Basilius wurde zunächst den 15. Mai 1648 Subkustos für P. Gabriel. Den 4. September 1648 und wiederum den 12. März 1650 stimmte das Kapitel seinem Auskauf bei, wonach das Kloster 100 Kronen bekommen sollte; ferner wurde das Recht auf die französische Pension, die die Stricker bekamen, reserviert. Den 18. November 1650 wurde er zum Kustos bestellt an Stelle von P. Adelrich; es wurden ihm die Laienbrüder Kaspar und Josef als Gehilfen beigegeben. Auf 1. März 1655 musste er als Philosophieprofessor nach dem Kloster Gengenbach, von wo er den 13. Dezember 1657 wieder zurückkehrte. Als P. Augustin Dekan wurde, folgte ihm P. Basilius den 18. Juli 1659 als Offizial nach. Im Jahre 1661 sollte er als Subprior nach Pfäfers, konnte dann aber daheim bleiben, dafür wurde er 1667 Subprior in Einsiedeln. Seit dem 18. Juni 1670 hatte er zur Entlastung des Dekans auch dessen Stelle im Chore zu versehen; am 21. Juli 1670 erfolgte sodann seine Ernennung zum Dekan. Als solcher nahm er im Juli 1672 an den Translationsfeierlichkeiten des hl. Adelgott in Disentis teil. Gesundheitshalber bat er um Entlassung vom Dekanat, was ihm Abt Augustin am 14. April 1673 bewilligte; dafür wurde er zum Propst von St. Gerold bestimmt, wohin er den 7. Juli verreiste. Doch schon 1675 war er wieder daheim; er wurde den 21. Oktober mit der Sorge für den Keller betraut; am 30. Oktober 1776 wurde er Präses der Rosenkranzbruderschaft. Am 8. März 1677 wurde er ein zweites Mal zum Dekan bestimmt; um ihn aber zu schonen, befreite ihn der Abt den 30. Oktober dieses Jahres vom Chore (die Complet ausgenommen). Er sollte nur den Beichtstuhl besorgen. Dafür hatte er die Oberaufsicht über alle Ökonomen, sowie über alle ausserhalb des Klosters weilenden Patres, wie über die weltlichen Beamten in- und ausserhalb des Klosters. Er war auch Vorsitzender des Appellationsgerichtes und Visitator der Frauenklöster. Den 29. Juni 1678 wurde er ein zweites Mal Propst von St. Gerold. Doch hielt er es nicht mehr lange aus, den 26. Juni 1681 brachte ihn P. Aegidius als Valetudinarius heim, «gantz blöd und eilend, hatte aussert Haut und Bein nichts am Lib und war sehr schwach an Kräften. Ihr Fürstl. Gnaden haben Ihm ein gutes kommliches Losament zu aller Ruhe geben und alles zu thun befohlen, was zu seiner Gesundheit gedeyen möchte»106. Er starb den 4. November 1684. Man hielt ihn für einen heiligmässigen Mann, von dem es hiess, dass sich jeweilen die verschlossene Gnadenkapelle, wenn er des Nachts kam, um dort zu beten, von selbst geöffnet hätte. Man will ihn auch schwebend im Gebete gesehen haben, und kurz vor seinen letzten Zügen sahen P. Justus und Br. Stephan, die ihn pflegten, die Erscheinung eines ungefähr 12jährigen Knaben, der vom Sterbenden wegging, worauf dieser in die letzten Züge fiel107. «Er war ein Mann von trefflichen Talenten, ward wohl gebraucht. Ist sonsten in Conventu ietzt und vor diesem sehr lieb gewesen, a plurimis pro Patre spirituali gebraucht worden, dann er ein sehr tugendthaffter unnd geistreicher Pater gewesen und sähe ihme die grosse Frombkeit und geistliche Eyfer zu den Augen aus. Von Weltlichen ist er sogar im Leben für Heylig gehalten worden und nach Absterben von Ihme gesagt, man bringe vill heylige Leiber von Rom aus in unser Land, diser were Ihnen vill lieber»108.
P. Basilius wurde zunächst den 15. Mai 1648 Subkustos für P. Gabriel. Den 4. September 1648 und wiederum den 12. März 1650 stimmte das Kapitel seinem Auskauf bei, wonach das Kloster 100 Kronen bekommen sollte; ferner wurde das Recht auf die französische Pension, die die Stricker bekamen, reserviert. Den 18. November 1650 wurde er zum Kustos bestellt an Stelle von P. Adelrich; es wurden ihm die Laienbrüder Kaspar und Josef als Gehilfen beigegeben. Auf 1. März 1655 musste er als Philosophieprofessor nach dem Kloster Gengenbach, von wo er den 13. Dezember 1657 wieder zurückkehrte. Als P. Augustin Dekan wurde, folgte ihm P. Basilius den 18. Juli 1659 als Offizial nach. Im Jahre 1661 sollte er als Subprior nach Pfäfers, konnte dann aber daheim bleiben, dafür wurde er 1667 Subprior in Einsiedeln. Seit dem 18. Juni 1670 hatte er zur Entlastung des Dekans auch dessen Stelle im Chore zu versehen; am 21. Juli 1670 erfolgte sodann seine Ernennung zum Dekan. Als solcher nahm er im Juli 1672 an den Translationsfeierlichkeiten des hl. Adelgott in Disentis teil. Gesundheitshalber bat er um Entlassung vom Dekanat, was ihm Abt Augustin am 14. April 1673 bewilligte; dafür wurde er zum Propst von St. Gerold bestimmt, wohin er den 7. Juli verreiste. Doch schon 1675 war er wieder daheim; er wurde den 21. Oktober mit der Sorge für den Keller betraut; am 30. Oktober 1776 wurde er Präses der Rosenkranzbruderschaft. Am 8. März 1677 wurde er ein zweites Mal zum Dekan bestimmt; um ihn aber zu schonen, befreite ihn der Abt den 30. Oktober dieses Jahres vom Chore (die Complet ausgenommen). Er sollte nur den Beichtstuhl besorgen. Dafür hatte er die Oberaufsicht über alle Ökonomen, sowie über alle ausserhalb des Klosters weilenden Patres, wie über die weltlichen Beamten in- und ausserhalb des Klosters. Er war auch Vorsitzender des Appellationsgerichtes und Visitator der Frauenklöster. Den 29. Juni 1678 wurde er ein zweites Mal Propst von St. Gerold. Doch hielt er es nicht mehr lange aus, den 26. Juni 1681 brachte ihn P. Aegidius als Valetudinarius heim, «gantz blöd und eilend, hatte aussert Haut und Bein nichts am Lib und war sehr schwach an Kräften. Ihr Fürstl. Gnaden haben Ihm ein gutes kommliches Losament zu aller Ruhe geben und alles zu thun befohlen, was zu seiner Gesundheit gedeyen möchte»106. Er starb den 4. November 1684. Man hielt ihn für einen heiligmässigen Mann, von dem es hiess, dass sich jeweilen die verschlossene Gnadenkapelle, wenn er des Nachts kam, um dort zu beten, von selbst geöffnet hätte. Man will ihn auch schwebend im Gebete gesehen haben, und kurz vor seinen letzten Zügen sahen P. Justus und Br. Stephan, die ihn pflegten, die Erscheinung eines ungefähr 12jährigen Knaben, der vom Sterbenden wegging, worauf dieser in die letzten Züge fiel107. «Er war ein Mann von trefflichen Talenten, ward wohl gebraucht. Ist sonsten in Conventu ietzt und vor diesem sehr lieb gewesen, a plurimis pro Patre spirituali gebraucht worden, dann er ein sehr tugendthaffter unnd geistreicher Pater gewesen und sähe ihme die grosse Frombkeit und geistliche Eyfer zu den Augen aus. Von Weltlichen ist er sogar im Leben für Heylig gehalten worden und nach Absterben von Ihme gesagt, man bringe vill heylige Leiber von Rom aus in unser Land, diser were Ihnen vill lieber»108.
Schriften
Schriften:
Disputatio Theologica de SSmae Trinitatis Mysterio, quam a se compositam, Praeside Adm. Rdo atque Doctissimo Domino P. Basilio Stricker, Illmi Monrii Einsidlensis 0. S. B. Monacho, Officiale et SS. Theologiae Professoro ordinaiio, publice defensurus proponit F. Benno Zimmermann, ejusdem Monrii Professus, ac SS. Theologiae Studiosus. Ad diem . . . Sept. a. 1659. Lucernae Typis et Formis Davidis Hautt. 4 °. 2Ü Seiten. X 324, 3.
Disputatio Theologica de SSmae Trinitatis Mysterio, quam a se compositam, Praeside Adm. Rdo atque Doctissimo Domino P. Basilio Stricker, Illmi Monrii Einsidlensis 0. S. B. Monacho, Officiale et SS. Theologiae Professoro ordinaiio, publice defensurus proponit F. Benno Zimmermann, ejusdem Monrii Professus, ac SS. Theologiae Studiosus. Ad diem . . . Sept. a. 1659. Lucernae Typis et Formis Davidis Hautt. 4 °. 2Ü Seiten. X 324, 3.
Quellen Professbuch
- Helbling, Magnus. Merkwürdige Vorkommnisse im Leben des P. Basilius Stricker OSB von Altdorf, gestorben 1684. (Historisches Neujahrsblatt, hg. v. Ver. f. Gesch. u. Altertümer von Uri, 14, 1908).