P. Gabriel von Waldkirch von Rheinau
Lebensdaten
Profess 1635, Gestorben 1683
Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 15
Professbuchnr.
122
Professdatum
1635
Professbuchtext
P. Gabriel von Waldkirch von Rheinau. Profess 29. Juli 1635. Priester 2. Juni 1640.
P. Gabriel ist 1643 Vizekustos bis zum 15. Mai 1648. Den 20. August 1655 wird er für P. Hieronymus Unterpfarrer und zugleich Caeremoniar. Den 8. März 1659 kommt er als Unterpfarrer weg, wird aber dafür den 13. Juni 1659 Vizekustos für P. Christoph und den 23. Januar 1660 Kustos. 1670, 28. November, ist er Exorzist. Den 24. März 1671 wird er nach St. Gerold gesandt, von wo er den 18. März 1677 heimberufen wird. Zurückgekehrt wird er den 8. Mai als Beichtvater bestellt (Confessarius ordinarius et quotidianus). Den 27. Mai 1679 fiel ihm im Zimmer eine Tafel so unglücklich auf den Kopf, dass er ohnmächtig wurde und lange krank war. Am 6. März 1680 verreist er nach Tänikon «allwo er einer kranken Klosterfrauwen sollte Medicinas verschreiben, welche vor lengst durch ein Malefiz übel soll zugerichtet worden sein. Soll auch mit nit geringem Nutzen geschehen seyn»92. Den 17. August desselben Jahres musste er wieder nach Altdorf «was Ursachen ist mir bis dato unbekannt», sagt P. Josef Dietrich93, «aussert dass er etliche Malefiz Medicamina mit sich genommen und diese ohne Zweifell anwenden wirdt». Bald darauf, den 30. September, musste er nach Luzern verreisen, «wohin er von Herrn Obersten Pfeifers Frauen begehrt worden, darumb mehr andere wichtige Ursachen sollen gewesen seyn, die aber ich nit wüssen mögen»94. Den 3. März 1681 reiste er auf Verlangen der Frauen nach Seedorf, fiel aber bei seiner Abreise im Dorfe vom Pferde, jedoch ohne Schaden zu nehmen. Vom 14. bis 26. November 1681 hielt er sich in Pfäffikon auf. Er starb den 16. April 1683 im Alter von 63 Jahren. «Hat uns allen ein Tugendt-Spiegel grosser Liebe hinderlassen, seitenweilen er mäniglich mit allerhand Artzneyen ohne einige Anforderung einer Entgeltnus ausgeben, dann er nit wenige Haus-Mittel gehabt. Absonderlich aber gegen den von unflätigen Teufel besessenen, oder sunst vermaleficirten Menschen sich sehr gütig erzeigt, Tag und Nacht Ihnen beygesprungen und grosse Gedult mit Ihnen getragen, auch sogar diesen Winter durch, in welchem er gantz schwacher und blöder schier wie der Schatten an der Wand herumbgangen, sich vor dergleichen Arbeit nit geschochen. Wann er in seinem Zimmer ware, machte er kleine Mutter Gottes Bildlin aus Leim, item des H. Erzvatters Josephs, der Heyligen Grossmutter Christi Annae und dergleichen, mengte darunter underschidliche Heiligthümber, deren Ihme jährlich gar vill zukommen und verehrte dann solche hin und her. Desgleichen machte er underschidliche Agnus Dei, sonderlich die wir Marchianische heissen, und soll er der erste seyn, der dises erfunden; waren auch dise sehr kräftig und stark wider die Maleficia. Im Gartengewächs hatte er sein Tausendt-Lust, und beflisse sich schöne Nägelin, Animonien, Ranunkeln, Tulibanen, auch Rosmarin zu haben, und warden Ihme dergleichen Täglich gar vile verehrt, also dass er nit nur vor seinem Zimmer eine grosse Anzahl dergleichen hatte, sondern auch andern damit beyspringen können. Im Beichtstuhl, solange er Kräften gehabt, war er unermüdlich und arbeitete in so geistlichem Werk gar embsig und war ihm keine Zeit zu lange, den Pönitenten abzuwarten. In seinen Gesprächen war er feuerig und sehr kurtzweilig»95.
P. Gabriel ist 1643 Vizekustos bis zum 15. Mai 1648. Den 20. August 1655 wird er für P. Hieronymus Unterpfarrer und zugleich Caeremoniar. Den 8. März 1659 kommt er als Unterpfarrer weg, wird aber dafür den 13. Juni 1659 Vizekustos für P. Christoph und den 23. Januar 1660 Kustos. 1670, 28. November, ist er Exorzist. Den 24. März 1671 wird er nach St. Gerold gesandt, von wo er den 18. März 1677 heimberufen wird. Zurückgekehrt wird er den 8. Mai als Beichtvater bestellt (Confessarius ordinarius et quotidianus). Den 27. Mai 1679 fiel ihm im Zimmer eine Tafel so unglücklich auf den Kopf, dass er ohnmächtig wurde und lange krank war. Am 6. März 1680 verreist er nach Tänikon «allwo er einer kranken Klosterfrauwen sollte Medicinas verschreiben, welche vor lengst durch ein Malefiz übel soll zugerichtet worden sein. Soll auch mit nit geringem Nutzen geschehen seyn»92. Den 17. August desselben Jahres musste er wieder nach Altdorf «was Ursachen ist mir bis dato unbekannt», sagt P. Josef Dietrich93, «aussert dass er etliche Malefiz Medicamina mit sich genommen und diese ohne Zweifell anwenden wirdt». Bald darauf, den 30. September, musste er nach Luzern verreisen, «wohin er von Herrn Obersten Pfeifers Frauen begehrt worden, darumb mehr andere wichtige Ursachen sollen gewesen seyn, die aber ich nit wüssen mögen»94. Den 3. März 1681 reiste er auf Verlangen der Frauen nach Seedorf, fiel aber bei seiner Abreise im Dorfe vom Pferde, jedoch ohne Schaden zu nehmen. Vom 14. bis 26. November 1681 hielt er sich in Pfäffikon auf. Er starb den 16. April 1683 im Alter von 63 Jahren. «Hat uns allen ein Tugendt-Spiegel grosser Liebe hinderlassen, seitenweilen er mäniglich mit allerhand Artzneyen ohne einige Anforderung einer Entgeltnus ausgeben, dann er nit wenige Haus-Mittel gehabt. Absonderlich aber gegen den von unflätigen Teufel besessenen, oder sunst vermaleficirten Menschen sich sehr gütig erzeigt, Tag und Nacht Ihnen beygesprungen und grosse Gedult mit Ihnen getragen, auch sogar diesen Winter durch, in welchem er gantz schwacher und blöder schier wie der Schatten an der Wand herumbgangen, sich vor dergleichen Arbeit nit geschochen. Wann er in seinem Zimmer ware, machte er kleine Mutter Gottes Bildlin aus Leim, item des H. Erzvatters Josephs, der Heyligen Grossmutter Christi Annae und dergleichen, mengte darunter underschidliche Heiligthümber, deren Ihme jährlich gar vill zukommen und verehrte dann solche hin und her. Desgleichen machte er underschidliche Agnus Dei, sonderlich die wir Marchianische heissen, und soll er der erste seyn, der dises erfunden; waren auch dise sehr kräftig und stark wider die Maleficia. Im Gartengewächs hatte er sein Tausendt-Lust, und beflisse sich schöne Nägelin, Animonien, Ranunkeln, Tulibanen, auch Rosmarin zu haben, und warden Ihme dergleichen Täglich gar vile verehrt, also dass er nit nur vor seinem Zimmer eine grosse Anzahl dergleichen hatte, sondern auch andern damit beyspringen können. Im Beichtstuhl, solange er Kräften gehabt, war er unermüdlich und arbeitete in so geistlichem Werk gar embsig und war ihm keine Zeit zu lange, den Pönitenten abzuwarten. In seinen Gesprächen war er feuerig und sehr kurtzweilig»95.