P. Paul Betschart von Schwyz


Lebensdaten
Profess 1633, Gestorben 1687

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
6. Professen unter Abt Plazidus Reimann 1629-70., Nr. 11
Professbuchnr.
118

Professdatum
1633

Professbuchtext
P. Paul Betschart von Schwyz. Profess 4. April 1633. Priester 18. September 1638. Als Erbe fielen ihm 120 fl. zu.
P. Paul wirkte zuerst als Lehrer an der Schule. 1643 ist er Katechet für das Dorf. An Stelle von P. Adelrich wird er 1648, den 15. Mai, Magister scholarum. Am 30. Mai 1650 gelangte er durch den Abt an das Kapitel, man möchte ihn vom Predigen dispensieren, da er an Gedächtnisschwäche leide. Aber es hiess, er habe ein ganz gutes Gedächtnis, seine Predigten in Egg, Bennau, Schwyz und Engelberg zeugten dafür; ebenso sei er ein guter Katechet. So musste er weiter predigen und katechisieren. Den 18. November 1650 kam er als Lehrer weg. 1655, den 9. Januar, folgte er auf P.Joachim als Bibliothekar; den folgenden 8. Mai wurde er für P.Sebastian Cellerar. Um.diese Zeit kam er auch als Beichtiger und Pfarrer nach Münsterlingen. Den 5. August 1658 sandte man ihn als Gehilfen zu dem erkrankten Propst in St. Gerold, von wo er den 19. November 1660 wieder heimkehrte. Während der Krankheit des Abtes Plazidus wurde er den 18. Juni 1670 als Consiliarius extraordinarius aufgestellt und mit der Überwachung der Disziplin betraut. Der neue Abt ernannte ihn am 21. Juli 1670 zum Inspector rationum et officiorum. Schon am 5. September dieses Jahres wurde er für Pater Basilius Subprior. Im folgenden Jahre sollte er den 11. März die Propstei St. Gerold übernehmen, doch bat er, ihn damit zu verschonen; er musste kurz darauf, den 9. Mai, nach Pfäfers ins Bad. Dafür wurde er den 11. April 1672 zum Propst in Fahr ernannt, wohin er sich den 6. Juni begab. Bis 1677 blieb er dort und wurde alsdann den 18. März dem Statthalter in Pfäffikon, P. Pius, als Socius beigegeben. Den 29. Oktober 1679 wurde er heimberufen, ging aber später wieder nach Pfäffikon. Sein Bruder war Untervogt in Weesen; er besuchte ihn dort den 2. April 1682; im gleichen Jahre, den 27. Oktober begleitete er dessen Sohn Josef Anton als Novizen nach Fischingen, wo er in der Folge als P. Ignaz lebte. Den 18. Juli 1683 suchte P.Paul wieder das Bad Pfäfers auf. Einige Zeit hielt er sich sodann wieder in Einsiedeln auf, von wo er den 21. November 1686 erneut nach Pfäffikon ging. Von dort kam er den 11. September 1687 zur Engelweihfeier nach Hause, blieb dann aber da «dann er in während der Engelweihfeier in ein Fieber gefallen, von selbigem zu Bett gelegt und allgemach dergestalten abgenommen, dass er entlich heutigen Tag bald nach 1 Uhr nach Mittag die Welt gesegnet». Es war am 8. November 1687. «War ein Mann von sonders hohen und grossen Qualitäten, von herrlichem Verstand, klugem Rath, beredter Zung, vortrefflicher Memoria, belesen in allen Büchern, sonderlich auch SS. Patribus, das er mir selbsten geredt, er Chrysosthomum und Augustinum nit nur einmal gantz ausgelesen. Könnte sogar in grössten seinen Schmertzen und äusserster Lebenszeit disere mit kurtzweiligen geistlichen Sprüchen, denen er als ein richer Brunnen voll war, milteren und temperieren. Hat s. Solitudinem sehr geliebt, und gleichwohl er gern gereist, doch darby einsamb gewesend und sich beständig in Lesung geistlicher Buecher belustiget. Wormit er so vill zugenommen, das was man nur für einen Discursum angefangen, er dise allzeit mit vilen trostreichen geistlichen Sprüchen beziehen können»88. «Florenti adhuc aetate insigni vena poeta erat. In Ss. Patrum monumentis scriptisque versatum auditione accepimus a majoribus». Ein Gedicht: «Caecus redivivus» wurde zum Scherz gedruckt. Von ihm haben sich im Officium noch die Hymnen: Dilecte martyr numinis auf das St. Meinradsfest und Ardore summi numinis auf das St. Mauritiusfest erhalten. P. Paul war auch beim Druck der Documenta beteiligt89.
Schriften
Schriften:
1. D. Thaumaturga Einsidlensis, sive de admirandis et magnis, quae virtute Divina et interveniente magna Dei parente, quae in celeberrimo Heremilano Ord. S. Benedicti in Helvetia Monasterio colitur, evenere Miracula; et ad eiusdem sanctissimum et Divinitus consecratum Sacellum sunt collata supplicibus Beneficia. Collecta et Descripta a R. P. Paulo Betschart, ejusdem Asceterii Religioso. Typis Monasterii Einsidlensis, Per Jacobum Ammon, Anno a partu ejusdem Virginis Matris 1665. 12 °. 1665. Haller Biblioth. der Schw. III. S. 1208. X 1271, Hc 1644.
2. Litaniae de Sanctis, quorum venerandae Reliquiae in celeberrimo Monasterio Einsidlensi asservantur, coluntur et requiescunt. 1664. 16 °. Durch Jacob Ammon (laut Rechnung der Druckerei; siehe Benziger, Buchgewerbe, S. 255, Nr. 8).