P. Severin (Johann) Schön von Menzingen


Lebensdaten
Geboren 1597, Profess 1621, Gestorben 1679

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
5. Professen unter Abt Augustin Hofmann 1600-29., Nr. 28
Professbuchnr.
99

Professdatum
1621

Professbuchtext
P. Severin (Johann) Schön von Menzingen. Geboren 1597. Profess 21. Januar 1621. Mit P. Anselm kam er nach Freiburg i. Br., wo sie den 24. Oktober immatrikuliert wurden. Bis 1627 blieben sie dort. Priester 9. April 1628.
P. Severin wurde jedenfalls zunächst, wie die meisten jüngern Konventmitglieder, in der Wallfahrtsseelsorge verwendet. Anlässlich der Huldigung begleitete er den 30. Juni 1631 Abt Plazidus nach Menzingen. Später war er Novizenmeister. Spätestens 1640 kam er als Beichtiger nach Münsterlingen, wo er fast 40 Jahre lang blieb; erstmals erscheint er dort den 17. März 1640 anlässlich einer Äbtissinnenwahl. Als er wegen seines zunehmenden Alters 1673 heimkehren wollte, baten die Klosterfrauen, ihn behalten und unterhalten zu dürfen. «Hat sich mit heylsamen Räthen und fromben gottseeligen Leben und Wandel, nit nur by sinen Undergebenen, sonderen auch by allen anderen beliebt gemachet74. Den 12. April 1678 feierte er sein goldenes Priesterjubiläum in Münsterlingen, wozu der Abt P. Christoph von Schönau sandte. «Soll gar wohl abgeloffen sein und der alte Herr Senior sondere Freud davon empfangen haben. Gott verleihe ihm ferneres sein gottl. Gnad und langes gesegnetes Leben» bemerkt der Diarist P. Josef dazu. Der Wunsch für langes Leben des Jubilaren ging freilich nicht in Erfüllung, denn am 29. April 1679 starb P. Severin im hohen Alter von 83 Jahren75.
P. Severin hatte schon in Freiburg sich besonders mit dem Studium der Mathematik befasst, bildete sich aber auch in der Folge weiter auf diesem Gebiete aus, so dass er den Ruf eines ausgezeichneten Mathematikers besass. Daher bewarb sich 1655 die Universität Salzburg um ihn als Lehrer dieser Wissenschaft. Abt Plazidus überliess es aber dem Gutdünken P. Severins, dem Rufe zu folgen oder nicht. Mit Rücksicht auf seine schwache Gesundheit und seine 58 Jahre lehnte er ab. Im Jahre 1660 sandte man vom Kloster aus Fr. Marian Schott für einige Zeit nach Münsterlingen, um bei P. Severin Unterricht in der Mathematik zu erhalten. Noch heute finden sich eine Reihe von mathematischen Werken in der Stiftsbibliothek, die Spuren seiner Tätigkeit aufweisen76.
Schriften
Schriften:
1. Canon magnus Sinuum, Secantium et Tangentium Logarithmicus. Differentius auctus in gratiam Tyronum mathemata colentium 1660. 8 °. 180 S. Mscr. 994 (667).
2. Usus Canonis triangulorum Logarithmici sive Praxes Logarithmicae, quibus omnia Triangula per solum quasi Additionem resolvuntur. 16 °. 41 Fol. Mscr. 1002 (1181).
3. Compendiosa Vnnloaris arithmetica Praxis cum Trigonometria sive usu et praxi Canonis, Sinuum, Tangentium et Secantium item Logarithmorum atque Doctrina de Triangulorum analysi. Dictante Adm. R. D. P. Severino Schön Mathesis peritissimo, monacho Ord. S. Benedicti in Eremo, Monialium Münsterlingensium Confessario accepta a Fr. Dionysio Hartmann. 1657. 16 °. 46, 25 und 43 S. Mscr. 998 (1215).
4. Dictata mathematica P. Severini Schön scr. P. Marianus Schott. 16 °. 165, 98, 65 S. Appendix. Mscr. 999 (1216). - Idem von Fr. Benno Zimmermann in Mscr. 995 (1244); von Dyonis Hartmann in Mscr. 998 (1215).
5. Mathematica Compendio tradita in Monasterio Einsidlensi ab Adm. R. ac Dot. P. Severino Schön ejusdem Monasterii Professo Sacerdote, Confessario Münsterling. ac tunc temporis Mathemat. Professore. Excepta a Fr. Bennone Zimmermann. 1657. 16°. 161 S.
6. Trigonometria sive Solutio Triangulorum. 93 S. Doctrina de Triangulorum analysi. 131 S. in Mscr. 995 (1244).