P. Benedikt Kessel von Appenzell


Lebensdaten
Profess 1586, Gestorben 1629

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
4. Professen unter Abt Ulrich Wittwiler 1585-1600., Nr. 1
Professbuchnr.
55

Professdatum
1586

Professbuchtext
P. Benedikt Kessel von Appenzell. Profess 1586. Priester 5. Juni 1590. Abt Adam sandte ihn kurz nach der Profess mit einem Empfehlungsschreiben des Kardinals Paraviccini versehen, nach Monte Cassino, damit er die dortige Klosterzucht kennen lerne. Fünf Jahre weilte er dort und kehrte als Subdiakon mit guten Zeugnissen versehen, heim. Leider bewährte er sich in der Folge nicht. Wegen Vergehungen wurde er schon 1591 in Pfäffikon eingesperrt. Auf sein bittliches Anhalten vom 7. Juni hin wurde er wieder nach Einsiedeln zurückberufen, musste aber bald ein zweites Mal gefangen gesetzt werden. Den 1. August 1591 ersuchte er neuerdings um Gnade, die ihm auch zu Teil wurde. Da er sich aber nicht besserte, wurde er aus dem Kloster gewiesen. Er ging zunächst nach Rheinau, dann nach Fischingen, von wo aus er den 17. Februar 1592 neuerdings um Gnade bat. Aber diesmal verwies man ihn endgültig aus dem Gebiete der Abtei; bei Strafe ewiger Einkerkerung wurde ihm verboten, sich auf drei Tagreisen dem Gotteshause zu nähern. Es wurde ihm jedoch freigestellt, in ein anderes Kloster überzutreten. Kurz darauf bat der Unglückliche von Rapperswil nochmals eindringlich um Wiederzulassung; er anerbot sich, ewigen Kerker auf sich zu nehmen, wenn er nur wieder zurückkehren könne. Dies wurde ihm wirklich gewährt. Aber nochmals fiel der Armselige in die frühern Fehler zurück, weshalb er wieder eingesperrt wurde. Es gelang ihm aber zu entfliehen. Er versah nun einige Jahre lang eine Pfarrei in Graubünden, fiel aber kurz vor Ende seines Lebens vom Glauben ab und wurde in Appenzell A. Rh. Prädikant. Als solcher starb er 1629, wahrscheinlich an der Pest52.