P. Joachim von Beroldingen


Lebensdaten
Profess 1584, Gestorben 1620

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
3. Professen unter Abt Adam Heer 1569-85., Nr. 17
Professbuchnr.
52

Professdatum
15.8.1584

Professbuchtext
P. Joachim von Beroldingen. Er war ein Sohn des Johann Peregrin von Beroldingen. Profess 15. August 1584. Er studierte zuerst in Mailand, wo er am 17. Dezember 1588 die niedern Weihen empfing. Von Mailand ging er nach Bologna, wo ihm unterm 20. November 1590 der Rektor des dortigen Gymnasiums bezeugte, dass er ein «iuvenis honesto habitu et forma non minus quam moribus insignis, statura procera» mit sehr gutem Erfolg die Rhetorik studiert habe. Von Bologna wandte er sich nach Freiburg i. Br., wo er den 13. April 1591 immatrikuliert wurde. Wann er die hl. Weihen empfing, steht nicht fest; Priester wurde er wahrscheinlich 1595, denn am 25. Oktober dieses Jahres erhielt er die sogen. Cura.
In Einsiedeln erscheint er zunächst als Pfarrer der Waldstatt im Jahre 1600, wo er die Rosenkranzbruderschaft errichtete, deren eifriger Förderer er wurde. Möglicherweise war er kurz vorher Ökonom in Einsiedeln. Ebenso kam ihm ein grosses Verdienst am Zustandekommen der Schweizerischen Benediktinerkongregation zu; er war zur Zeit der Errichtung, 1602, Statthalter in Pfäffikon, wo die erste Äbteversammlung in dieser Angelegenheit stattfand. Später wurde er Stiftsdekan. Als solcher machte er sich sehr verdient um die Hebung der Klosterdisziplin. Als er 1620 in Sachseln am Feste des sel. Br. Klaus gepredigt hatte, erkrankte er auf dem Heimwege im Kloster St. Peter in Schwyz und starb dort den 28. März 1620, im Rufe der Heiligkeit. Er fand seine letzte Ruhestätte in Einsiedeln vor dem St. Katharinen-, dem spätem Rosenkranzaltar, der damals vor der Gnadenkapelle in der Mitte war. «Vir vere pius et praecipue Virginis Deiparentis devotissimus»48.
Abt Plazidus schreibt von ihm: «Vir sanctae vitae, cujus cura et sedulitate hic magna ex parte restituta fuit disciplina. Studiis Bononiae et Mediolani operam dedit, magis tarnen orationi; unde frequenter, cum in loco non appareret, in templo quaesitus, orationi intentus fuit repertus. Parochiam hic per aliquot annos administravit, summo parochianorum fructu. Erat enim populo mire gratus, et acceptus propter conversationem suam innocentissimam. In concionando fervorem et zelum ostendit. Erant autem verba ejus plena charitate et spiritu sancto. Oecononum agit etiam hic et Pfäfficonae; sed non multo tempore. Decanus fuit per plures annos, singulari exemplo. Continuus enim fuit in opere divino orationem plerunique in multam noctem protraxit; parcus admodum fuit in somno, cibo et potu; parcus in loquendo; attamen, cum loquebatur, affectum paternum suavissima sua affabilitate ostendit. Nemo ipse magis erat humilis, nullus mansuetior; severus tarnen etiam iis, qui bonis monitis ac disciplinae regulari resistebant. Loca conventus omnia diu noctuque obibat, solicitus ne quid contra disciplinam ageretur. Coronam divae Virginis nunquam ferme manibus deponebat, sed volvebat assidue; virgini enim Deiparenti devotissimus exstitit, et üt devotionem erga illam augeret, mire adlaboravit. Hinc amabunt ipsum et timebant, etiam imperfecti». Reimann erzählt auch, wie man anlässlich seines Aufenthaltes in Sachseln ihn insgeheim gleichsam in Verzückung gesehen habe und wie er in Schwyz eines heiligmässigen Todes starb, wie alles herbeieilte, um den Toten zu sehen und wie man ihn unter grössten Ehren nach Einsiedeln zurückbrachte49. Von P.Joachim hat sich ein Ex libris (Kupferstich) erhalten50.
Schriften
Schriften:
a) Gedruckte:
1. Rosengärtlein der gnadenreichen Ertzbruderschaft Mariae der allerseligsten Jungfrawen. Newlich auss Gunst und Verwilligung dess Ehrwürdigen Vatters Hippoliti Mariae Beccariae à Monte Regali Sen: Magistri Prediger Ordens In dem uhralten gnadreichen und weitberühmbten Gottshauss Einsidlen auffgericht, und zu finden. Getruckt zu Costanz am Bodensee, bey Nicolao Kalt. 1602. H 1035.
2. Psalterium Davidis, Cantica, Symbolum Athanasii, Alma Redemptoris, Ave Regina, Regina Coeli, Salve Regina - lateinisch mit interlineärer deutscher Übersetzung, zunächst für Klosterfräuen Ord. S. Benedicti, dann auch für andere weltliche Personen, welche gerne die Tagzeiten beten. Er widmet das Büchlein «Der Ehrwürdigen, Geistlichen und andächtigen Frawen, PVaw Magdalenae, Abbtissin dess würdigen Gottshauses Münsterlingen am 30. Aprilis Anno 1611. (Leider fehlt das Titelblatt.) Wahrscheinlich gedruckt zu Konstanz a. 1661. 12 °. X 1082. A 2078.
b) Ungedruckte:
Sermones docti in festis Patronorum Einsiedlensium. 1595-1618. Mscr. 1103 (1089). 12 °. 355 Fol. Eine Kopie seiner Meinradspredigt siehe GM 133, S. 263.
Er legte am 15. August 1600 die Matricula Confraternitatis SS. Rosarii an (A. NE 1). 1594 ließ er die «Disputatio subtilissima de arbitrij libertate contra nostri temporis haereticos omnes, maxime vero Calvinum, publice Parisiis a R. D. Maldonato Societatis Jesu Theologo dictata» schreiben. Mscr. 870 (1170). 12». 124 Fol. - In A. EB 6 findet sich Seite 60 eine eigenhändige Bemerkung über Abt Ulrich. P.Joachim werden auch die beiden Wappenbücher: «Wappenbuch underschidlicher gräfflieher und adelicher Häusern, so weyland in der schweitz ihr Wohnsitz und aufenthalt gehabt, mit beygefügter kurtzer chronik» zugeschrieben, da die Schrift der seinen gleicht. Mscr. 444 u. 441 (1177 u. 1178); siehe Meier, Catalogus, S. 370.