P. Joachim Müller von Einsiedeln


Lebensdaten
Profess 1569, Gestorben 1589

Personen-ID
Professbuch Band
B
Professbuch Kapitel
3. Professen unter Abt Adam Heer 1569-85., Nr. 1
Professbuchnr.
36

Professdatum
1.11.1569

Professbuchtext
P. Joachim Müller von Einsiedeln resp. Zürich, denn seine Eltern waren von dorther nach Einsiedeln gekommen. Profess 1. November 1569. Priester 7. April 1576. Primiz 1. Juli 1576 in Dillingen, wo er seit 25. November 1569 am St. Hieronymuskolleg studierte. Den 18. Februar 1572 wurde er Baccalaureus. Um diese Zeit muss er erkrankt sein, denn Abt Adam dankte 1572 dem Abte von Ottobeuren, dass er den kranken Fr. Joachim während drei Monaten bei sich aufgenommen habe. Den 26. März 1573 wurde er Lizentiat, den folgenden 5. Mai Magister artium; er setzte aber seine Studien fort und erwarb den 16. April 1576 in der Bibelwissenschaft, den 2. Juli in der Theologie das Baccalaureat. Nach seiner Primiz scheint er aber heimgekehrt zu sein. Wenigstens war er beim Brande daheim und ging hierauf mit dem Abte nach Pfäffikon. 1579 hielt er zu Luzern auf der Musegg den Geistlichen eine schöne Ansprache de dignitate sacerdolali. Seit 1580 erscheint er als Pfarrer von Einsiedeln. Als solcher hatte er 1580/81 mit den Schwyzern einen Anstand wegen zwei Predigten über Sortilegien. Am St. Michaelsfest 1581 predigte er in Beromünster. Durch den Nuntius suchte er 1589 die alten Privilegien zu erneuern; auch dankte er ihm den 6. Oktober 1589 wegen der Aufnahme von Fratres ins Mailänder Seminar. Ebenso rief er ihn den 10. Juni 1591 um Hilfe an gegen die Schwyzer, die ihm wiederum wegen zwei Predigten über den Unterschied zwischen den Katholiken und Häretikern grösste Schwierigkeiten machten. Er stand auch mit dem hl. Petrus Canisius in brieflichem und jedenfalls auch persönlichem Verkehr, denn der Heilige kam damals von Freiburg mehrfach nach Einsiedeln34. P. Joachim starb als Pfarrer von Einsiedeln den 25. März 158935.
Schriften
Schriften:
a) Gedruckte:
1. Von dem Leben und Sterben des heiligen Einsidels und Marterers Meinrad. Auch von der heiligen Walstatt und Capell unser lieben Frawen der Muter Gottes Marie zu den Einsydlen. Mit angehencktem Leben und Leyden des heiligen Hauptmanns Mauritii und seiner Gesellen. Des heiligen Königs Sigismundi. Des heiligen neunjährigen Knaben Justi. Des heiligen Einsidels Geroldi. Und des heiligen Bischoffs Wolffgangi. Alles von newem inn Truck geben. 1577. Im Archiv A. FB 1. Gschfr. Bd. XIII, S. 168, Ziff. 9.
2. Verzeychnuss etlicher mercklicher Wunderzeichen, welche Gott der Allmächtige durch das Fürbitt der hochgelobten Jungfrauwen Mariae bey der heiligen von Gott geweychten Capell dess Gottsshauss zu den Einsidlen und anderstwo an den Bilgeren, so dahin wallend, je zuw zeyten gewürkt hat. - Dann pg. 80: Folgen hernach die Legenden von dem Leben der übrigen heiligen Patronen diss würdigen Gottshauss zu den Einsidlen. Getruckt zu Freyburg in der Eydgenossenschafft, bey Abraham Gemperlin, im 1587. Jahre. A. FB 1. «Geschichtsfreund», Bd. XIII, Seite 169.
3. Müller, Gebhard. Die Verfasserfrage der Einsiedler Chronik von 1587 und ein bisher unbekannter Brief an Petrus Canisius von P. Joachim Müller. (Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktiner Ordens und seiner Zweige 101, 1990, 469-474).

b) Ungedruckte:
1. Predigten und Predigtdispositionen, bald deutsch, bald lateinisch. 2 Bände. 8». Mscr. 1102 und 1003. Eine Kopie der Predigt auf das St. Meinradsfest 1578 findet sich in GM 133, S. 251.
2. Libellus piarum Meditationuni una cum Lytaniis de Sanctissimo Nomine Jesu et cum Litaniis Beatissimae Virginis Mariae Matris Dei virtutuni studioso haud inconimodus. 16 °. 175 Fol. Mscr. 738 (1188). Lectiones II. et III. Nocturni de diversis Sanctis. Fol. (Morel gibt nicht an wo.)
4. Proprium Einsidlense. Als Anhang zu Abt Adams Brevier. 16 °. 109 S. Mscr. 1197 (1142).
5. Viele Briefe im Archiv in A. HI 3. (Missiven unter Abt Ulrich.).