Richard von Falkenstein


Lebensdaten

Personen-ID
Professbuch Band
A
Professbuch Kapitel
VI. Die Mönche des 15. Jahrhunderts., Nr. 2
Professbuchnr.
125

Professbuchtext
Richard von Falkenstein. Die Freiherren von Falkenstein hatten ihren Sitz im Solothurnischen, wo die Ruinen ihrer Burgen heute noch an sie erinnern364. Richard von Falkenstein begegnet uns zuerst als Kustos des Stiftes. Er ist 1428 der zweite unter den damaligen Konventualen365. Den 26. Dezember 1432 bestellt er mit dem Abt und dem übrigen Konvent die Prokuratoren, die am päpstlichen Hofe für die Bestätigung der früher erteilten Gnaden und Ablässe sich verwenden sollten366. Wiederum erscheint er den 27. Juni 1447 anlässlich des Allmeindstreites mit den Bewohnern von Gross367. Als am 5. August 1452 Gerold von Hohensax Abt wurde, übertrug dieser die bisher von ihm innegehabten Ämter eines Stiftskämmerers und Propsten von St. Gerold an Richard, der damals der älteste der Konventualen war. Doch bald zerfiel Richard mit dem Abte und musste daher unterm 4. Oktober 1454 dem Abte seine Ämter zurückgeben und versprechen, nach keinem andern Amte zu streben, ausser der Abt gebe ihm gutwillig ein solches. Dagegen überliess ihm der Abt als jährliche Einkünfte 20 Eimer Wein, 30 Mütt Kernen und Heu für ein Pferd; zugleich versprach er ihm, die ihm noch zukommenden 150 Gulden entrichten zu wollen. Seine Behausung in Einsiedeln mit dem dazugehörenden Garten kann Richard noch benutzen, bis «die jungen Herren so viel erwachsen» sind, dass sie diese Behausung nötig haben werden368. Seit 1463 erscheint Richard aber wieder als Stiftskämmerer und verwaltete das mit der Kammerei verbundene Amt Eschenz369. Mit 1465 (16. September) erscheint Richard auch als Statthalter (Verwalter) des Stiftes für Abt Gerold, der sich damals mit den Schwyzern völlig überworfen hatte370. Er nahm unter genanntem Datum eine Abrechnung mit dem Stiftsammann in Zürich, Hans Waldmann, vor; ebenso den 24. bis 26. Oktober mit andern Ammännern und Gläubigern des Stiftes371. Mit den andern Konventualen nahm er den 17. Dezember 1465 von Hans Obslachen von Aesch 800 Gulden auf, wahrscheinlich um die am 21. April 1465 durch ein Brandunglück schwer heimgesuchte Kirche wieder aufbauen zu können372. Es geschah im Einverständnis mit Richard und dem Bischof von Konstanz, dass die Schwyzer 1466 Abt Gerold, mit dem sie vor allem wegen dem Verkauf der Stiftsgüter im Zugergebiete sehr unzufrieden waren, in aller Form absetzten. Gegen ihn und die andern Bedränger wandte sich der Abt sowohl an Papst Paul II., wie auch an den durch Pius II. mit andern zum Konservator des Stiftes ernannten Dompropst von Chur, damals Johannes Hopper. Dieser mahnte unterm 28. Juni, bei Strafe der Excommunication, die Fehlbaren, den Abt wieder einzusetzen373. Nun nahmen sich die Eidgenossen des Handels an. Unterm 2. September 1466 kam eine sogen. Richtung durch Vermittlung der eidgenössischen Boten zustande374, die dem Abte die Heimkehr ermöglichte. Diese Streitigkeiten und deren Lösung veranlassten wohl Richard, das Stift zu verlassen und sich nach Eschenz zu begeben, welches Amt ihm ja als Kämmerer zustand. Bischof Hermann von Konstanz erlaubte ihm um 1469 (vielleicht etwas früher)375 ausserhalb des Stiftes und zwar vorzugsweise in Eschenz zu wohnen und die dortige Pfarrei, die ihm der Abt übertragen hatte, zu verwalten. Mit dem Abt erneuerte er dort den 7. April 1469 den alten Hofrotel von 1296 und das Urbar, denen neue rechtliche Bestimmungen beigefügt wurden376. Sonst hören wir nichts mehr von Richard, den der Admonter Totenrotel um 1484/85 als verstorben erwähnt377.