Walter von Enne


Lebensdaten

Personen-ID
Professbuch Band
A
Professbuch Kapitel
V. Die Mönche des 14. Jahrhunderts., Nr. 26
Professbuchnr.
120

Professbuchtext
Walter von Enne. Er war ein Sohn des Wilhelm von Enne, der durch seine Heirat mit einer Freiin von Bussnang deren Besitz im Thurgau an sein Haus brachte, darunter besonders die Feste Altenklingen. In einem Streit mit Rudolf IV. von Österreich zog er den kürzern und musste die Feste Grinimenstein Österreich als Lehen übergeben und seihst österreichischer Vasalle werden. Als nach der Schlacht am Stoss die St. Galler Grimmenstein eroberten, nahmen sie den Freiherrn und seine Gemahlin gefangen, führten sie nach St. Gallen und hielten sie dort bis 1408 gefangen. Der oben genannte Rudolf von Enne war wahrscheinlich ein Bruder dieses Wilhelm. Von seinen Söhnen trat Georg in das Kloster St. Gallen ein, wo er eine sehr unrühmliche Rolle spielte. Die zwei Brüder, Wilhelm und Georg (II.), verarmten und wurden zu Raubrittern345. Unser Walter begegnet in den Einsiedler Urkunden zum ersten Male den 18. Dezember 1388, wo er mit Wissen seines Vaters (Wilhelm) dem Kloster in Fahr, dem er als Propst vorstand, ein Gut zu Vogelsang (Gemeinde Lengnau, Kt. Aargau) verkaufte346. In der gleichen Angelegenheit treffen wir Propst Walter wieder den 17. und 25. November 1389347. Weiter begegnet er uns bei einer Lehenverleihung den 31. Mai 1396348.
Zwischen dem Propst und dem damaligen Abte Ludwig von Tierstein setzte es 1393 Differenzen ab, die der österreichische Landvogt Engelhart, Herr zu Weinsberg, am 3. Oktober schlichtete349. Aber schon 1399 kam es zu neuen Zwistigkeiten, die diesmal den 2. September durch die von Rat und Bürgermeister von Zürich bestellten Schiedsrichter beigelegt wurden350. Beide Male handelte es sich um die Kompetenzen des Propstes dem Abte und den Frauen gegenüber. Mit dem Abte hatte Walter auch deshalb noch besondere Anstände, weil er zugleich Kustos in Einsiedeln war. Als solcher begegnet er uns das erste Mal den 17. November 1389351 und wiederum den 14. Februar 1391, wo er mit dem Abte eine Vereinbarung wegen Tilgung von Schulden traf352. In der oben erwähnten Einigung zwischen Abt und Propst vom 2. September 1399 war auch ein Anstand wegen dem Opferstock in Einsiedeln inbegriffen. In Fahr mussten indessen Bürgermeister und Rat von Zürich 1406, den 29. Mai, nochmals vermittelnd eingreifen353. Aber auch dieser Friede war nicht dauerhaft, denn am 12. März 1411 suchte Abt Hugo selbst zwischen dem Propst und den Frauen eine neue Vermittlung zustande zu bringen354. Darnach sollte fürderhin der Propst nur mehr in geistlichen Dingen zuständig sein, für die äussere Verwaltung aber wollte der Abt einen weltlichen Pfleger setzen.
Walter selber erlebte noch den Niedergang seines Geschlechtes; denn am 27. Juli 1416 musste er mit seinen Brüdern, Propst Georg in St. Gallen und Wilhelm von Altenklingen, Bürgschaft leisten für den vierten Bruder, Georg, den die erbosten Konstanzer seiner Wegelagerei wegen gefangen genommen hatten355. Es ist dies das letzte Mal, dass wir von Walter etwas hören356.