Heinrich von Ligerz
Lebensdaten
Personen-ID
Professbuch Band
A
Professbuch Kapitel
V. Die Mönche des 14. Jahrhunderts., Nr. 11
Professbuchnr.
105
Professbuchtext
Heinrich von Ligerz. Er gehörte dem Freiherrengeschlecht der Ligerz an und war zuerst Benediktiner im St. Johannsenstift zu Erlach, trat dann aber 1324 nach Einsiedeln über, wie er selber schreibt: «Frater Heinricus de Ligercia, thesaurarius huius monasterii Heremitarum, anno domini MCCCXX quarto, bona melioribus commutavit et se de He(ril) aco huc transtulit sub Johanne abbate de Swanden optimo»296. Als Einsiedler Konventuale erscheint er urkundlich das erste Mal den 28. Februar 1332297 als Zeuge bei der Bücherschenkung des Pfarrers Hermann von Freienbach. Als Thesaurar hatte er vor allem die Aufsicht über die Bibliothek, aber auch über den Kirchenschatz unter sich. Als Bibliothekar war er sehr fleissig; noch heute weisen 128 Handschriften die Spuren seiner Tätigkeit auf. Als Hüter des Kirchenschatzes musste er 1354 König Karl IV., als dieser zwischen dem 20. und 25. April von Zürich aus Einsiedeln besuchte, viele Reliquien überlassen, u. a. die Hälfte des Hauptes des hl. Sigismund und vom Arme des hl. Mauritius. Der König schenkte ihm dafür sein Seitenmesser und 16 Gulden298. Den 17. Januar 1356 stellte Heinrich einen Katalog der damaligen Stiftsmitglieder zusammen; es waren darnach neben Abt Heinrich III.: Ulrich von Kramburg, Heinrich von Ligerz, Rudolf von Pont, Propst Markwart von Grünenberg, Rudolf von Zimmern, Peter von Wolhusen, Johannes von Reussegg, Rudolf von Bussnang, Arnold von Krenkingen und Rudolf von Enne (oder End)299. Diese Aufzeichnung ist zugleich das letzte Lebenszeichen von Heinrich von Ligerz, eines Mannes, «der treu und eifrig seines Amtes waltete, mit Liebe an seinem Orden, seinen Büchern und seinem Kloster hing»300.