Hermann von Arbon
Lebensdaten
Personen-ID
Professbuch Band
A
Professbuch Kapitel
V. Die Mönche des 14. Jahrhunderts., Nr. 10
Professbuchnr.
104
Professbuchtext
Hermann von Arbon. Er muss nach 1314 eingetreten sein, denn Radegg nennt ihn in seinem Gedichte nicht. Wir haben auch kein weiteres Zeugnis über seine Zugehörigkeit zum Konvente von Einsiedeln bis auf Bonstetten, der unter den aus Einsiedeln postulierten Äbten auch «Herman, apt zu Pfeffers, ain freyherr von Arbon» nennt, der nach ihm Bischof von Chur geworden sein soll, was aber nicht richtig ist. Seine vielfältigen Beziehungen zu Einsiedeln lassen indessen doch einen gewissen Schluss auf seine frühere Zugehörigkeit zu diesem Stifte zu.
Als Abt von Pfäfers erscheint Hermann das erste Mal den 1. Juli 1330281. Die Bemerkung Tschudis im Liber Heremi, dass er den 24. Juni 1330 zugleich mit dem Abte Thüring durch den Churer Bischof, Johannes Pfefferhart, die Bischofsweihe empfangen habe, kann unmöglich stimmen, denn dieser Bischof hatte damals noch keine Konsekration erhalten282.
Über die äussere Tätigkeit dieses Abtes geben uns eine ganze Reihe von Urkunden Aufschluss, die den Erwerb oder Tausch von Gütern u. dergl. beschlagen283. Mehrfach hatte er auch mit den Grafen von Werdenberg-Sargans wegen der Vogtei über das Kloster zu schaffen284. Bischof Ulrich von Konstanz inkorporierte 1351 dem Kloster, das durch Schulden schwer belastet war, die Pfarrei Männedorf und wahrscheinlich auch jene von Busskirch285. Vom Kaiser Karl IV. erhielt der Abt erst den 2. Dezember 1347 die Regalien. — Unter ihm suchte der Beulentod ebenfalls das Gebiet der Abtei heim; für deren Opfer stiftete der Abt 1350 eine Jahrzeit286. Nach Eichhorn287 wäre das Kloster 1360 niedergebrannt. Eine Überlieferung, wonach der Abt 1352 für Bischof Ulrich V. Verweser des Bistums Chur geworden wäre, scheint unhaltbar zu sein; ebenso unsicher ist die andere, wonach er 1360 Johannes von Mendelbüren, seinen Nachfolger, zum Coadjutor angenommen hätte. — Mit dem Kloster in Erlach ging er 1358 eine geistige Verbrüderung ein, ebenso mit dem Kloster Rüti288.
Abt Hermann war ein besonderer Freund der Wissenschaften.. Wir wissen, dass er 1342 durch den Priester Gerhard von Bern 20 neue Choralbücher schreiben liess, wobei diesem allerdings Berchtold von Mängen, Konventual von Salem, Johann von Mendelbüren, Mönch, und Berchtold, «doctor puerorum» in Pfäfers halfen289. Eines dieser Bücher war noch bis 1798 vorhanden. Schon 1336 hatte er vom Prior des Predigerhauses in Chur, Bruder Walther, eine «Summa confessionum» gekauft290. In Einsiedeln entlieh er 1356 das Chronicon Hermann des Lahmen, das er ebenfalls abschreiben liess; statt des Originals gab er die Kopie zurück, die heute noch in Einsiedeln aufbewahrt wird und Zeugnis für die hervorragende Schreibkunst in Pfäfers ablegt291. Er war 1332, den 28. Februar, auch zugegen, als der Freienbacher Pfarrherr, Hermann, dem Kloster Einsiedeln seine Bücher schenkte292 und als der Marchenstreit 1350 zum Abschluss kam293. Mit seinem Kapitel traf Abt Hermann über die Aufbewahrung und den Gebrauch des Konventsiegels den 25. März 1343 eine ähnliche Übereinkunft, wie sie s. Z. Abt Johannes I. von Schwanden 1314 in Einsiedeln getroffen hatte294. Über seine Beziehungen zu Abt Thüring von Disentis haben wir oben schon gehört.
Abt Hermann starb, dem ältesten Nekrologium zufolge, den 12. Juni 1361: «valde nominatus in omnibus partibus Sueviae et aliis locis». Aus dem gleichen Totenbuch erfahren wir auch den Todestag (?) seiner Eltern, Heinrich von Arbon und Wilburga (7. März), sowie am 4. Juni den Tod einer Schwester Anna «abbatissa Monasterii Scandensis», die offenbar eine besondere Wohltäterin von Pfäfers gewesen war, denn ein Beisatz sagt: «huic Monasterio specialiter graciosa»295.
Als Abt von Pfäfers erscheint Hermann das erste Mal den 1. Juli 1330281. Die Bemerkung Tschudis im Liber Heremi, dass er den 24. Juni 1330 zugleich mit dem Abte Thüring durch den Churer Bischof, Johannes Pfefferhart, die Bischofsweihe empfangen habe, kann unmöglich stimmen, denn dieser Bischof hatte damals noch keine Konsekration erhalten282.
Über die äussere Tätigkeit dieses Abtes geben uns eine ganze Reihe von Urkunden Aufschluss, die den Erwerb oder Tausch von Gütern u. dergl. beschlagen283. Mehrfach hatte er auch mit den Grafen von Werdenberg-Sargans wegen der Vogtei über das Kloster zu schaffen284. Bischof Ulrich von Konstanz inkorporierte 1351 dem Kloster, das durch Schulden schwer belastet war, die Pfarrei Männedorf und wahrscheinlich auch jene von Busskirch285. Vom Kaiser Karl IV. erhielt der Abt erst den 2. Dezember 1347 die Regalien. — Unter ihm suchte der Beulentod ebenfalls das Gebiet der Abtei heim; für deren Opfer stiftete der Abt 1350 eine Jahrzeit286. Nach Eichhorn287 wäre das Kloster 1360 niedergebrannt. Eine Überlieferung, wonach der Abt 1352 für Bischof Ulrich V. Verweser des Bistums Chur geworden wäre, scheint unhaltbar zu sein; ebenso unsicher ist die andere, wonach er 1360 Johannes von Mendelbüren, seinen Nachfolger, zum Coadjutor angenommen hätte. — Mit dem Kloster in Erlach ging er 1358 eine geistige Verbrüderung ein, ebenso mit dem Kloster Rüti288.
Abt Hermann war ein besonderer Freund der Wissenschaften.. Wir wissen, dass er 1342 durch den Priester Gerhard von Bern 20 neue Choralbücher schreiben liess, wobei diesem allerdings Berchtold von Mängen, Konventual von Salem, Johann von Mendelbüren, Mönch, und Berchtold, «doctor puerorum» in Pfäfers halfen289. Eines dieser Bücher war noch bis 1798 vorhanden. Schon 1336 hatte er vom Prior des Predigerhauses in Chur, Bruder Walther, eine «Summa confessionum» gekauft290. In Einsiedeln entlieh er 1356 das Chronicon Hermann des Lahmen, das er ebenfalls abschreiben liess; statt des Originals gab er die Kopie zurück, die heute noch in Einsiedeln aufbewahrt wird und Zeugnis für die hervorragende Schreibkunst in Pfäfers ablegt291. Er war 1332, den 28. Februar, auch zugegen, als der Freienbacher Pfarrherr, Hermann, dem Kloster Einsiedeln seine Bücher schenkte292 und als der Marchenstreit 1350 zum Abschluss kam293. Mit seinem Kapitel traf Abt Hermann über die Aufbewahrung und den Gebrauch des Konventsiegels den 25. März 1343 eine ähnliche Übereinkunft, wie sie s. Z. Abt Johannes I. von Schwanden 1314 in Einsiedeln getroffen hatte294. Über seine Beziehungen zu Abt Thüring von Disentis haben wir oben schon gehört.
Abt Hermann starb, dem ältesten Nekrologium zufolge, den 12. Juni 1361: «valde nominatus in omnibus partibus Sueviae et aliis locis». Aus dem gleichen Totenbuch erfahren wir auch den Todestag (?) seiner Eltern, Heinrich von Arbon und Wilburga (7. März), sowie am 4. Juni den Tod einer Schwester Anna «abbatissa Monasterii Scandensis», die offenbar eine besondere Wohltäterin von Pfäfers gewesen war, denn ein Beisatz sagt: «huic Monasterio specialiter graciosa»295.
Nachruf
Über Hermann v. Arbon
1) Die Bischöfe der Diözese Konstanz. In: Das Bistum Kontanz, Das Erzbistum Mainz, Das Bistum St. Gallen. Bearb. V. Josef Brülisauer u.a. Helvetia Sacra, Abt. I, Bd. 2, Erzbistümer und Bistümer II, 1. Teil. Basel: Helbling u. Lichtenhahn 1993.
1) Die Bischöfe der Diözese Konstanz. In: Das Bistum Kontanz, Das Erzbistum Mainz, Das Bistum St. Gallen. Bearb. V. Josef Brülisauer u.a. Helvetia Sacra, Abt. I, Bd. 2, Erzbistümer und Bistümer II, 1. Teil. Basel: Helbling u. Lichtenhahn 1993.